Mehlproduktion mit der Energie der Sonne

27. August 2009, 14:51
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Farina Mühlen installierten größte heimische Photovoltaik-Fassadenanlage - 40.000 kWh pro Jahr für die Paketierung

Graz - Die erste Mehlfabrik Österreichs, die zumindest teilweise mit Photovoltaik ihre Produktion und Paketierung antreibt, steht in der Steiermark. Farina präsentierte am Donnerstag Österreichs größte mit Voltaikzellen verkleidete Fassadenanlage, mit der jährlich rund 40.000 kWh Energie hergestellt werden kann. Der Strom wird dann für die Paketierung des Mehls verwendet. Damit können jährlich rund 15.000 Tonnen des Weizenprodukts den Betrieb in Graz verlassen, so Bernhard Gitl, Geschäftsführer der Farina Mühlen Gesellschaft.

Nach sechs Monaten Planung wurden die Photovoltaik-Paneele vor einem Monat an der Fassade des Silos angebracht. Rund 200.000 Euro wurden in das Pilotprojekt investiert. Die Kollektorfläche umfasst rund 400 Quadratmetern, erklärte der Geschäftsführer. Und Potenzial zum Ausbau bestehe bis hin zu einer Produktion von 100.000 kWh Strom pro Jahr. Mit dem nun in Betrieb gegangenen "ersten Schritt" hin zur erneuerbaren Energie und zu mehr Energieeffizienz sei Farina eine der ersten größeren Firmen, die die Sonnenenergie auch für die Produktion nutzen.

Pioniercharakter der Anlage

Franz Fischler, ehemaliger Landwirtschaftsminister und EU-Agrarkommissar a.D., verwies auf den Pioniercharakter der Anlage: "Wir haben große Photovoltaik-Firmen in Österreich, die jedoch fast ausschließlich exportieren. Das heißt, wir haben noch immer einen zu kleinen Markt in Österreich." Die Nachfrage müsse jedoch steigen, denn um den Klimawandel aufzuhalten müssten alle erneuerbaren Energieformen - von Wind über Wasser bis hin zu Sonne und Biomasse - zum Einsatz kommen.

Josef Dietrich, Geschäftsführer der Vonwiller Mühlengruppe, Mutterfirma von Farina, hob hervor, dass eine weitere Besonderheit der Anlage in der Auftragserteilung liege, denn es seien ausschließlich österreichische Firmen beauftragt worden. Das sei zwar teurer gewesen, aber stärke die regionale Wertschöpfung. Die Energie, die aus den Kollektoren gewonnen werden kann, entspreche der Einsparung von rund 31 Tonnen CO2 pro Jahr oder einer halben Million gefahrener Pkw-Kilometer. Mit dem Strom könnten 14 Einfamilienhäuser problemlos komplett versorgt werden, erklärte Gilt.

Farina Mehl ist mit 36 Prozent in der Steiermark sowie jeweils 25 Prozent in Kärnten und Osttirol Marktführer. 35 Mitarbeiter in Raaba bei Graz vermahlen jährlich rund 60.000 Tonnen Getreide. Das Unternehmen gehört seit dem Jahr 2000 zu der Vonwiller Mühlengruppe, die in Österreich mit einem Marktanteil von 43 Prozent Spitzenreiter ist. (APA)

 

  • Farina bündelt als erste Mühle Österreichs 'Die Kraft der Sonne'. Im Bild (v.l.n.r.): Mag. Gitl, Dr. Fischler, Dir. DI Dietrich vor der PV-Anlage.
    foto: farina

    Farina bündelt als erste Mühle Österreichs 'Die Kraft der Sonne'. Im Bild (v.l.n.r.): Mag. Gitl, Dr. Fischler, Dir. DI Dietrich vor der PV-Anlage.

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