Gift im Stift

27. August 2009, 13:31
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Jeder vierte getestete Faserstift war mit Blei und Chromat belastet - Schadstoffbelastung wäre vermeidbar - Nur ein Stiftset mit "sehr gut" bewertet

Wien - Filzstifte sind fixer Bestandteil des Schul-Startpakets und auch kleinere Kinder verwenden sie gerne zum Kritzeln und Malen. Manche Kinder kauen auch gerne an den Stiften und Kappen, was nicht immer ungefährlich ist, fand das Verbraucherschutzmagazin "Konsument" heraus. 13 Faserschreiber-Sets wurden auf problematische Substanzen in Stiften, Stifthülsen, Tinten und in der Verpackung untersucht. Das Ergebnis: Bei vier von 13 Sets wurden in der Stifthülle Blei, bei drei davon zusätzlich Chromat gefunden. "Chromat und Bleichromat sind als 'krebserzeugend' und 'erbgutschädigend' sowie als 'fortpflanzungsgefährdend' klassifiziert", weiß "Konsument"-Projektleiter Konrad Brunnhofer.

Giftige Stoffe vermeidbar

Blei- und Chromatverbindungen sind giftige Substanzen und werden vor allem für Gelb-, Orange- und Rottöne eingesetzt. Technologisch ist das nicht notwendig, denn solche Farbtöne können auch ohne diese Stoffe erzeugt werden. "Die gefundene Schadstoffbelastung ist umso ärgerlicher, da die Farbe der Stifthüllen absolut nichts damit zu tun hat, ob der Stift nun gut schreibt oder nicht," kritisiert Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). In der Verpackung der Pagro Zweispitz-Fasermaler wurde darüber hinaus umweltbelastendes PVC nachgewiesen, was zur Abwertung des Produktes führte, die Kunststoffteile der Stifte waren hingegen PVC-frei.

Bei der Untersuchung der Stifte auf Blei, Chrom und Cadmium gab es bei den Tinten ausnahmslos Entwarnung. Anders die Ergebnisse der Untersuchung auf Schwermetalle in den Ummantelungen: In den getesteten Sets von Faber-Castell (45F), Pelikan (Colorella Star) und Jolly (Superstars Duo) wurden Chromat (Chrom VI) und Blei nachgewiesen, die Sets daher mit "nicht zufriedenstellend" bewertet. Darüber hinaus fand sich bei den Fasermalern von Herlitz Blei. Cadmium konnte hingegen nirgends ausfindig gemacht werden.

Nur ein "sehr gut"

Bei der Prüfung auf Schreibqualität, Ergiebigkeit der Tinten, Robustheit und Schadstoffe der Stifte fielen die Ergebnisse teils wenig überzeugend aus. Letztlich konnte nur ein einziges "sehr gut" vergeben werden: Das getestete Set von Stabilo (Pen 68) erwies sich als Test-Sieger. Vor allem die Schreibqualität und die Schreiblänge konnten die Tester überzeugen, zudem wies es keine Schadstoffe auf. Der Rest schnitt mit "durchschnittlich" bis "nicht zufriedenstellend" ab. (red, derStandard.at)

Details zum Test in der September-Ausgabe des "Konsument" und auf www.konsument.at.

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    Im "Konsument"-Test konnte nur ein einziges "sehr gut" vergeben werden: Das getestete Set von Stabilo (Pen 68) konnte nicht nur bei der Schreibqualität überzeugen, sondern wies auch keine Schadstoffe auf.

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