Krieg in Darfur ist zu Ende

27. August 2009, 13:03
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Chef der internationalen Schutztruppe zeigt sich optimistisch - Nur noch eine Rebellengruppe in der Lage Militäraktionen durchzuführen

Khartum - Der seit sechs Jahren tobende blutige Bürgerkrieg in Darfur ist offenbar zu Ende. In der sudanesischen Konfliktregion herrsche kein Kriegszustand mehr und nur noch eine Rebellengruppe sei wirklich in der Lage, begrenzte Militäraktionen durchzuführen, erklärte der scheidende Chef der internationalen Friedenstruppe am Mittwoch gegenüber Journalisten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum.

Der Konflikt sei abgeklungen zu bloßem Banditentum und einigen Konflikten von "sehr niedriger Intensität", erklärte der Kommandant der internationalen UNAMID-Truppe Martin Luther Agwai. Trotzdem könnten auch diese kleineren Konflikte ein Friedensabkommen in der Krisenregion für die kommenden Jahre verhindern. Trotzdem klingt die Analyse des Chef der gemeinsamen Truppe von Vereinten Nationen und Afrikanischer Union (AU) sehr optimistisch: Militärisch passiere in der westlichen Region des Sudan nicht viel, viel mehr gehe es derzeit um Sicherheitsfragen, Banditentum und ortsgebundene Streitereien. "Aber richtiger Krieg als solcher, ich glaube darüber sind wir hinweg", so Agwai, der den Sudan am Donnerstag nach zwei Jahren als UNAMID-Kommandant verlassen wird.

Bürgerkrieg begann 2003

In Darfur tobte seit Februar 2003 ein blutiger Bürgerkrieg zwischen zwei bewaffneten Rebellengruppen auf der einen und Regierungstruppen sowie arabischen Reitermilizen (Janjaweed) auf der anderen Seite. Die Rebellen forderten von der Zentralregierung in Khartum eine gerechtere Verteilung der Ressourcen des erdölreichen Landes.

In dem Konflikt starben nach UNO-Schätzungen bis zu 300.000 Menschen, weitere 2,7 Millionen wurden vertrieben. 4,7 Millionen sind UN-Angaben zufolge völlig von humanitärer Hilfe abhängig. Die regimetreuen arabischen Reitermilizen werden beschuldigt schwere Menschenrechtsverletzungen an der Zivilbevölkerung begangen zu haben. Die Vereinten Nationen sprachen im Jahr 2004 angesichts der Morde und Vertreibungen von der "derzeit größten humanitären Katastrophe".

Die gemischte UNAMID-Mission hatte zum Jahreswechsel 2007/2008 das Mandat von der bis dahin tätigen rein-afrikanischen Mission übernommen, die dem jahrelangen Morden in Darfur keinen Einhalt gebieten konnte. Bisher sind aber immer noch nicht alle der 27.000 - sondern nur rund 60 Prozent der - angestrebten Soldaten und Polizisten im Einsatz. (APA/Reuters)

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