Schuhmarke "Think!" eröffnet neues Geschäft

27. August 2009, 11:41
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Für die Oberösterreichische Manufaktur gilt schon lange: "Bequem und gesund muss nicht hässlich sein"

Wien - In einer Zeit, in der ein Großteil der heimischen Schuhhersteller zugesperrt oder die Standorte ins Ausland verlegt hat, schwor sich eine kleine Manufaktur im oberösterreichischen Sauwald auf ein naturverbundenes Nischenprodukt ein. Heute hat die 1987 gegründete Marke "Think!" nicht nur eine große Fangemeinde, sondern einen Exportanteil von 95 Prozent. In Wien wurde am Donnerstag ein neuer Shop eröffnet, zeitgleich machte im Pariser Stadtviertel Bastille ein Geschäft auf.

Die Familie Koller ist dem Schuhmacherhandwerk seit mehr als 200 Jahren verbunden. In den 1950ern wurden unter dem Firmennamen Marko noch ausschließlich Herrenschuhe erzeugt. In den späten 80ern nahm der junge Martin Koller eine Neupositionierung in Richtung ökologisches Schuhwerk vor.

Das Leitbild von damals gilt noch: "Bequem und gesund muss nicht hässlich sein." Dazu gehören fußgerechte Leisten, stützende Korkfußbetten und dämpfende Sohlen aus Latex oder Naturkautschuk sowie pflanzlich gegerbte Leder. "Für einen der aufwendigen neuen Winterstiefel braucht es bis zu 15.000 Nadelstiche und 60 Meter Faden. Alles Handarbeit", sagte Co-Geschäftsführer Gerhard Aigner. Die besorgen im "Roboter-freien" Werk in Kopfing insgesamt 45 Mitarbeiter.

Jährlich werden 500 verschiedene Modelle hergestellt. Hauptabsatzmärkte sind Deutschland und die USA. Insgesamt wird in 35 Länder verkauft, in erster Linie über Einzelhändler als Partner. Shop-in-Shop-Standorte gibt es laut Aigner in Österreich bisher 15, eigene Stores nunmehr zwei: Der erste befindet sich in Wien-Hietzing, das neue Geschäft in der Wiener Innenstadt, am Bauernmarkt 1. Es wird von der Kette Salamander betrieben.

Der Betrieb soll weiter wachsen, aber langsam, betonte Aigner. "Wir sind ein Nischenprodukt und wollen ein Nischenprodukt bleiben." Obwohl der ökobewusste "Zeitgeist" dem Unternehmen schon entgegenkomme. "Aber solche Strömungen kommen und gehen." Von der Wirtschaftskrise hingegen "merken wir nicht wirklich etwas", meinte Gerhard Aigner. "Wir haben aber auch vorher nicht so stark profitiert wie die Autoindustrie und andere Branchen."

Die Herbst/Winterkollektion bringt viel Materialmix und verspielte Details, wie beim Damenschuh Allegra: Auf der Sohle wurde links ein Puddingrezept eingraviert und rechts das Geheimnis der Sachertorte von Firmenmitarbeiterin Lisi.(APA)

Webtipp: Thinkshoes

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