Presse: Pentagon versuchte Berichte aus Afghanistan zu beeinflussen

27. August 2009, 11:22
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PR-Agentur soll Journalisten eingestuft haben - Pentagon-Sprecher Bryan Whitman wies den Bericht zurück

Washington - Das US-Verteidigungsministerium hat laut einem Pressebericht eine PR-Firma beauftragt, die Berichterstattung von US-Journalisten aus Afghanistan zu beeinflussen. Die Firma Rendon Group habe im Auftrag des Pentagon Journalisten, die die US-Truppen in Afghanistan begleiten wollten, bewertet, berichtete die Armeezeitung "Stars and Stripes" am Mittwoch. Ihre bisherige Berichterstattung sei als "positiv", "negativ" oder "neutral" bewertet worden. Zudem gab die PR-Firma demnach Tipps, wie das Pentagon die Berichte der Journalisten im Feld, der sogenannten embedded journalists, aus Afghanistan beeinflussen könne.

In einer Akte über einen Journalisten wurde dessen Berichterstattung laut "Stars and Stripes" als "neutral bis positiv" eingestuft. Eventuelle negative Berichte könnten bei ihm "neutralisiert" werden, indem er Zitate von Armeevertretern bekomme. Über einen Fernsehreporter wurde laut dem Bericht festgehalten, dass er einen "subjektiven Standpunkt" einnehme. Mit Informationen über einen erfolgreichen Einsatz könne er zu einer positiven Berichterstattungen gebracht werden.

Pentagon dementiert

Der Internationale Journalistenverband (IFJ) verurteilte das Vorgehen des Pentagons. Die Einstufung von Journalisten widerspreche der Behauptung, "dass die Armee daran interessiert ist, Journalisten dabei zu helfen, frei zu arbeiten", erklärte der Verband in Brüssel.

Pentagon-Sprecher Bryan Whitman wies den Bericht zurück. Das Verteidigungsminister bewerte Journalisten nicht danach, wie gefällig sie in ihren Berichten seien, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte er erklärt, einziger Maßstab bei der Bewertung von Journalisten sei die Exaktheit ihrer Berichte.

In der US-Bevölkerung hat die Zustimmung für den Afghanistan-Einsatz abgenommen. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben 51 Prozent der Befragten an, der Einsatz sei das Kämpfen nicht wert. (APA/AFP)

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