Rapid kann ruhig schlafen

27. August 2009, 10:29
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Hoffer-Verkauf und Europacup reduzierten "negatives Eigen­kapital" - Edlinger: "Hatten nie finanzielle Probleme"

Birmingham - Bei Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid gehören die Sorgen um die Club-Finanzen derzeit der Vergangenheit an. Allein schon aufgrund des Transfers von Erwin Hoffer zu Napoli landeten kolportierte vier Millionen Euro auf dem Konto der Hütteldorfer, dazu kommen auch Einnahmen aus dem Europacup, die höher ausfielen als ursprünglich budgetiert.

"Wir hatten aus dem internationalen Bewerb 500.000 Euro im Budget einkalkuliert. Aus den ersten drei Runden gegen Schkodra, APOP und Aston Villa haben wir knapp eine Million Euro Reingewinn gemacht", rechnete Manager Werner Kuhn vor. Durch die zusätzlichen Einnahmen wurde unter anderem die Verpflichtung von Ragnvald Soma finanziert, außerdem sollen Vertragsverlängerungen vorzeitig unter Dach und Fach gebracht werden.

"Es gibt eine positive Entwicklung"

Da man auch in punkto Transfer-Erlöse - unter diesem Punkt waren 900.000 Euro eingeplant - weit über dem Soll liegt, steuert Rapid offenbar wirtschaftlich rosigeren Zeiten entgegen. "Es gibt eine positive Entwicklung. Wir liegen bei der Reduzierung des negativen Eigenkapitals vor dem ursprünglichen Plan", sagte Kuhn.

So wie der Manager wehrt sich jedoch auch Präsident Rudolf Edlinger dagegen, Rapid als schuldenfrei zu bezeichnen. "Aber die wirtschaftliche Situation ist wesentlich besser als noch im vergangenen Jahr", meinte der ehemalige Finanzminister, der zu Jahresbeginn noch von einem "negativen Eigenkapital" von 3,8 Millionen Euro gesprochen hatte. "Im Moment haben wir wesentlich weniger negatives Eigenkapital, doch wir befinden uns am Beginn eines Budget-Jahres. Da kann man noch nicht sagen, wie wir am 30. Juni 2010 dastehen werden. Ich weiß ja nicht, wie es mit den Zuschauerzahlen weitergeht und ob wir Spieler verpflichten oder abgeben."

Der Clubchef verwehrt sich allerdings gegen die Darstellungen in der Vergangenheit, wonach Rapid nahe der Zahlungsunfähigkeit war. "Wir hatten nie finanzielle Probleme, auch im Vorjahr nicht. Das letzte Mal, dass Rapid finanzielle Probleme hatte, war beim Ausstieg der Bank Austria als Hauptsponsor im Jahr 2003. Seither hatten wir immer eine Situation, die zu bewältigen war."

"Wir waren laufend imstande, Liquidität herzustellen"

Selbst wenn es in den vergangenen Jahren Probleme gab - mit echten finanziellen Engpässen hatten die Hütteldorfer laut Edlinger nie zu kämpfen. "Das Wesentliche ist, wir waren laufend imstande, Liquidität herzustellen. Wir sind noch nie einem Spieler oder zum Beispiel der Krankenkassa auch nur einen Cent schuldig geblieben", betonte der 69-Jährige.

Rund 15 Millionen Euro beträgt der Etat von Rapid für diese Saison, und in den kommenden Jahren dürfte sich an der Höhe dieses Betrages nichts Entscheidendes ändern. "Ich weiß nicht, ob in nächster Zeit eine wesentliche Budget-Steigerung möglich ist", sagte Edlinger. Auf die eine oder andere Million auf oder ab kommt es offenbar aber auch gar nicht an. "Tatsache ist, dass man mit 15 Millionen Euro eine in Österreich konkurrenzfähige Mannschaft zusammenstellen kann."

Das Verständnis für die Spendierfreudigkeit von Red Bull in Salzburg mit einem kolportierten Budget von an die 50 Millionen Euro hält sich bei Edlinger in engen Grenzen. "Natürlich kann das Budget nach oben hin immer offen sein, die Frage ist nur, ob es Sinn macht. Jeder, der mehr als 15 Millionen Euro ausgibt, schmeißt eigentlich das Geld beim Fenster raus." (APA)

 

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