Sommergespräche

26. August 2009, 19:03
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Der ORF sollte Politiker nicht mehr in Inszenierungen sondern journalistisch befragen

Barbara Coudenhove hat kürzlich in ihrer Standard-Kolumne vorgeschlagen, die unergiebigen Politiker-"Sommergespräche" einfach sein zu lassen und statt dessen die "Besten und Gescheitesten" der Nation (und der Welt überhaupt) zu interviewen. Das würde mehr bringen, als die bis zur Aussagelosigkeit gecoachten oder von Natur aus uninteressanten Politicos in immer neuem Ambiente abzufeiern - ganz abgesehen vom Spezialfall extrem rechter Politiker wie Strache, denen ein halbwegs zivilisiert geführtes Interview letztlich nur Legitimität verleiht. Da ist was dran. Der ORF (oder ein Privatsender) sollte aber trotzdem beides machen: die interessantesten Wissenschafter, Künstler, Autoren, Techniker, Wirtschaftsleute befragen - und die Politiker. Aber Letztere nicht mehr mit irgendwelchen Inszenierungen, sondern ganz normal journalistisch. Als einzige Neuerung könnte man unmittelbar nach den Politikern eine halbe Stunde lang die Besten und Interessantesten interviewen - unter dem Titel "Die wirkliche Welt". Damit das Publikum - und die Politik - sieht, dass es anders auch geht.

Kriegt das der ORF ohne 300 Bedenkenträger-Sitzungen hin? (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2009)

 

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