"Wir wissen, wie man mit den Blauen umgehen muss"

26. August 2009 18:39
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    Foto: land oö/kosina

"Linker" SPÖ-Politiker Ackerl trotz Faymann-Appells für FPÖ-Option: "Haben es satt, machtlos im Winkerl zu sitzen"

Linz/Wien - In der SPÖ braut sich ein heftiger Konflikt um die Frage, wie die Partei mit der FPÖ umgehen soll, zusammen. Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann hatte im Standard-Gespräch jeglichen Kooperationen mit der FPÖ eine klare Absage erteilt - und dies auch als dringende Empfehlung an die Bundesländerparteien verstanden. "Wir haben hier eine moralische Verpflichtung", sagte Parteichef Faymann.

Dieses Gebot des Parteivorsitzenden zu "politisch-moralischem Verhalten" treibt dem wahlkämpfenden oberösterreichischen SPÖ-Politiker und Landesrat Josef Ackerl den Blutdruck in die Höhe: "Wir haben es satt, immer moralisch an die Wand genagelt zu werden, wenn wir über eine Zusammenarbeit mit der FPÖ reden. Wir müssen uns fragen: Wollen wir machtlos im Winkerl sitzen, brav sein und werden dafür nicht geschimpft - oder sagen wir, okay, wir wagen's und gehen das Risiko ein."

Für Ackerl, der zu den "Linken" in seiner Partei zählt, ist die Frage einer Kooperation mit der FPÖ "kein Thema von links oder rechts", sondern eines der "praktischen Politik". Die SPÖ müsse sich die "an sich negative Option FPÖ" offenlassen, "weil die ÖVP nicht bereit sei, darauf zu verzichten." Diese Meinung sei in der SPÖ "weit verbreitet", so Ackerl: "Es geht nicht, dass eine Partei eine Option ausschließt und eine andere sie hemmungslos auslebt. Das führt zu Zuständen, wie wir sie in Niederösterreich haben und in Oberösterreich bekommen: Es kommt zu einer Allmacht einer Partei, unter der sich präfaschistische Zustände entwickeln können."

Die Situation in den Ländern sehe eben "anders aus als mit der Wiener Brille gesehen". Ackerl: "Was bildet man sich eigentlich ein, uns vorzuschreiben, was wir zu tun haben? Herr Faymann redet sich leicht, wie sich auch schon Herr Gusenbauer leicht geredet hat - wenn sie eh alles an die ÖVP verkaufen."

In der ÖVP werde es als selbstverständlich akzeptiert, wenn sie mit der FPÖ koaliere. Ackerl: "Wir sind auch anständige Leute und wissen, wie man mit dem Blauen umgehen muss." Das Hauptproblem der FPÖ sei momentan, dass "immer mehr Rechtsextreme in Führungsfunktionen kommen. Die Frage ist nur, sind wir gut genug, um eine Auseinandersetzung mit FPÖ zu führen? Ich bin überzeugt, wir sind dazu gut in der Lage."

Die Option FPÖ würde sich in den Ländern erübrigen, wenn die ÖVP mit der SPÖ ein Agreement schließe, dass die stimmenstärkste Partei den Landeshauptmann stellen könne. Dazu sei die ÖVP aber bisher nicht bereit gewesen. (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2009)

 

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Eine Kreatur
30.11.2009 20:44
"an sich negative Option FPÖ" offenlassen, "weil die ÖVP nicht bereit sei, darauf zu verzichten."

bitte was? bitte wie? was hat das mit "praktischer politik" zu tun?

das ist reine "fähnchen in den wind" politik .. wenn die övp also theoretisch kein problem mit neonazis hätte, würde sich die spö diese "negative option" auch offen lassen? bitte was ist das für ein politisches verständnis?

der typ ist ja politisch unfähiger als unfähig .. kein rückgrad, keine politische meinung, nichts!

schafft er es nicht einmal sich mit themen auseinanderzusetzen, ohne den leuten, die sie bringen, in den hintern zu kriechen?

der typ hat 0 ahnung von echter politik .. und schimpft sich "links"!!!!!!!

wenn das die "linke" bei der spö ist - gute nacht ..

X0 Phia
01.09.2009 10:39
Rechte die linker sind als Exsozen muß man als Nazi bezeichnen, sonst glaubt man deren Beweise des roten Bonzendumms!

Inno Vision
28.08.2009 10:49
die SPÖ hat jede Sebstkritik verloren und braucht Jahre

um sie wiederzufinden. Das ist ihr Dilemma. Angefangen hat das ganze schon seit 20 Jahren. Arschlöcher oder Selbstdarsteller wurden nie entfernt, außer sie sind selber gegangen. Nur zu glauben der Arbeiter muss eh rot wählen, geht auf Dauer nicht. Alleine schon die Tatsache, dass Kanzlerfeste von "Geschäftsmanännern" die hunderte Millionen Euro von privatisierten Staatsbetrieben als Provieion kassieren, zeigt, welche Mafia Zugang auch zur roten Fraktion hatten. Und ein Faymann, der die primitive Krone brAUCHT ist um kein Deut besser. So gesehen sollen sich die Sozis vom Charakter her erneuern. Wenn Hr Haider von OÖ. bei der Geburtstagspartie von EX FPÖ Minsiter Forstinger auftrittund nur polemisiert, dann tun mir auch die guten Roten leid

TscheA einimÖlmagnat
01.09.2009 11:59
"EX FPÖ Minsiter Forstinger"

ist allein schon Polemik genug. In einer Papierfabrik Leute zu papierdln ist eben noch kein Qualifikationsnachweis für ein Ministerium - und wer es dannn noch so dilletantisch angeht wie sie... naja der wird sich den Rest seines Lebens einer gewissen Polemik und Hähme nicht entziehen können...

Toni Meister
27.08.2009 21:53
Durch eigenes Unvermögen im Schmollwinkerl machtlos "an die Wand genagelt"

Wirklich treffende Zustandsbeschreibung der derzeitigen SPÖ : " Machtlos im Winkerl sitzen ". Aus dem Winkerl durch eigene Leistung herauszukommen,scheint dem Herrn Ackerl total aussichtslos zu sein.Fühlt sich offensichtlich " an die Wand genagelt". Es ist de facto eine Bankrotterklärung.Gedopt wird das Ganze noch durch die " Desavouierung ", ausgerechnet durch einen ÖVP-ler, nämlich Herrn Sausgruber aus Vorarlberg.

MA__48
27.08.2009 21:26
Wenn die Großparteien nur noch bei knapp 30% liegen muss wohl eine Koalition gebildet werden

Da die SPÖ progn bei 27.7% liegt und die ÖVP bei 41,4%, braucht man einen Koalitionspartner um eine Mehrheit zu erreichen.

Nun will die SPÖ schon eine Vereinbarung für den Landeshauptmann noch bevor die Wahlen stattgefunden haben?

Werden die Wählerentscheidungen in der SPÖ nun schon völlig ignoriert?

Natürlich muss man sich alle Optionen einer Koalition offenhalten, aber auch ein demokratisches Wahlergebnis anerkennen = Wählerwille.

perau1
 
28.08.2009 01:34

wenn ich auch in keiner weise die meinung von ackerl teile, er sagte aber nicht, dass die övp nur mit der spö koalieren dürfen soll. er sagte nur, dass es ein übereinkommen geben soll, d.weder d.övp noch die spö mit der fpö koalieren soll. ackerl kann nur für oö sprechen und dort bleiben noch immer die grünen, mit denen der oö landeshauptmann pühringer z.zt. koaliert.
wo sehen sie eine bevormundung der wähler oder ein nicht anerkennen des wahlergebnis, wenn die stimmenstärkste partei den lh stellen soll?
eine bevormundung der wähler würde ich nur dann sehen, wenn die spö als zweit- oder drittstärkste partei mit der fpö koalieren würde um die stimmenstärkste partei auszutricksen und den lh stellen zu können - so wie 2000 bei der nr-wahen.

Truhe
 
27.08.2009 18:29

Also mit dieser Argumentation hat Ackerl leider eindeutig bewiesen dass er ganz offensichtlich nicht den blassesten Schimmer hat worauf er sich einließe und wie er damit umzugehen hätte. Bei so einer Blauäugigkeit wird der Stache ja grün vor Neid....

x aeins
27.08.2009 17:13

na servus - der ranzige Populismus eines E.Haider kombiniert mit Blau? kann nur eine Verzweiflungsaktion sein
dann bleibt für Mitte-Links-Wähler in OÖ.fast nur Grün über,zusammen mit dem Pühringer scheint mir das noch am erträglichsten zu sein

Mike Freeman
27.08.2009 16:54

Ein typischer Vertreter der Kreisky-Generation in der SPÖ, den Rahm der fetten Jahre genossen (denn nur vom Feinsten wird geschlabbert) und sich an die Wand genagelt fühlen wenn man einmal eine klare Position beziehen soll.

Noch schlimmer als der Neofaschismus der FPÖ ist die anbiedernde Haltung des Restes der österreichischen Politik. Anstatt die Kraft in die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und unseres Landes zu investieren wird ständig überlegt wie man einen widerlich stinkenden Dreckbatzen so lange schönreden kann bis er auf den Sonntagstisch gelegt werden kann.

eamon clever
27.08.2009 16:38
vielleicht rechnen ackerl & co mit dem schlechten langzeitgedächtnis der österreicher

wer ist den auf die barrikaden gestiegen als in österreich eine schwarz/blaue regierung gebildet wurde. Waren da nicht die herrn ackerl & co. an vordester front dabei? Jetzt ist es auf einmal opportun die blauen als mehrheitsbeschaffer ins boot zu holen? Richtig hat man eh schon getan als man am letzten tag der letzten legislaturperiode noch geschwind die abschaffung der studiengebühren und die verlängerung der hacklerregelung durchgeboxt hat, für das die jungen noch jahre pecken dürfen.
moralisch an die wand nageln - pah mit gnagelte in den hintern treten sollte man die roten opportunisten und berufspolitiker.

Der Zaungast
27.08.2009 16:24
wie wär's stattdessen denn mit dem Versuch, selber wieder so stark zu werden, dass sich Alternativen mit den Grünen ausgehen?

Schnur
27.08.2009 17:44
Genau! Die SPÖ versucht es einfach mal wieder mit anständig

und holt ihre verkauften Ideale aus der Tasche. Und dann ab mit Rot-Grün in eine bessere Welt!

Blau und verlogen das ist zu viel!
27.08.2009 18:23
Zwei Farbenkombinationen wird es nie geben!

rot-blau und rot-grün!
Da ist wie das Amen im Gebet!

Igor Gassner
28.08.2009 17:06
grün - Blau ?

wie wärs mit dieser Farbenkombination schließlich leben wir in einer Demokratie.

skip it
31.08.2009 13:35
"gruen-blau"...

...gewalt in der familie.

minski
28.08.2009 00:43

Warum?

mikromalist
 
27.08.2009 16:20
Joschi, Joschi ... ?

Ist es schon so weit, dass SPÖ weil-der-Nachbar-stinklenden-Mist-in-seiner-Wohnung-ablädt-müssen-wir-das-auch-dürfen argumentiert?
Eine SPÖ, die einmal erfolgreich mit bedingungslosen Pointierung sozialdemokratischer Ideologie, Abgrenzung von jeglicher Schmuddelpolitik, Progressivität punktete, darf jetzt .... ?
Ist es der ansteckende E Haider Bazillus?
Oder doch nur eine hitze-bedingte Provinzposse; Ergebnis erschlaffender Neuronen?

spitzenkandidat.2.0.
27.08.2009 16:04

Für Ackerl, der zu den "Linken" in seiner Partei zählt, ist die Frage einer Kooperation mit der FPÖ "kein Thema von links oder rechts", sondern eines der "praktischen Politik", der Machtgeilheit und des persönlichen Vorteils.

johnny_what
27.08.2009 15:42

es wäre gut wenn er wüßte wie er die fpö umgeht...

... aus dem Stand-ard
 
27.08.2009 14:22
Die FPÖ ist und bleibt die FPÖ ...

... völlig egal ob auf Bundes- oder Länderebene. Diese Unterscheidung oder gar Rechtfertigung für eine Zusammenarbeit ist das allerletzte!
Die SPÖ ist gut beraten, die FPÖ definitiv auszugrenzen - sonst brauchen wir die SPÖ nicht mehr. Lieber in Opposition als mit diesen FPÖ-lern zu packeln.
Alles andere ist Charakterlosigkeit und/oder Machtgeilheit!

Roland Wieser
 
27.08.2009 14:16
Da gebe ich Ackerl recht!

Die ÖVP ist kein Demokratieoptimierer sondern ein Demokratieminimierer. Ziel dieser Partei ist eine konservative Mediakratie alla Berluskoni?

Der ÖVP ist es komplett egal welche Partei ihr den Mehrheitsbesorger macht. Hauptsache diese Partei ist möglicht schwach.

Menschen die eine große Koalition oder eine Regierung ohne FPÖ wollen, die müssen praktisch die SPÖ wählen.

Es geht auch nicht um den Josef Pühringer, denn der geht ohnehin bald in Pension.

Nagl11
27.08.2009 14:24

"Der ÖVP ist es komplett egal welche Partei ihr den Mehrheitsbesorger macht. Hauptsache diese Partei ist möglicht schwach."

Und welche Partei möchte nicht mit einem Steigbügelhalter (fast) alleine regieren, anstatt mit einem möglicherweise gleich starken Koalitionspartner, der vielleicht auch ganz andere politische Vorstellung hat, eine Koalition einzugehen?

Professor Kayserlein
27.08.2009 13:51
Blöd und blöder.

Ich vermisse in Österreich Politiker, die mannhaft genug wären, blau und orange in einem Atemzug zu nennen und nicht ständig so tun, als wären das getrennte Welten. Die verbliebenen Wähler schätzen es nicht, für blöder verkauft zu werden.

Chien de Pique
27.08.2009 23:16

Die Unterschiede sind nicht übergroß, aber im BZÖ gibt es wenigstens einige Personen, namentlich seit Haiders Tod, die stärker in die Mitte ziehen wollen, derzeit ist es vor allem orientierungslos. Der Vergleich Buchers mit Strache ist meines Erachtens schon aussagekräftig, die kann man seriöserweise nicht 1:1 gleichsetzen. Sogar einer bislang eher ungut aufgefallene Person wie Dörfler ist etwa das Ulrichsberg-Treffen derzeit überraschenderweise zu rechts, das sind schon ganz kleine schrittweise Veränderungen, die man würdigen sollte; während man etwa zur selben Zeitpunkt in der bislang als eher moderat betrachteten Vorarlberger FPÖ die "Exil-Ju den aus Amerika" öffentlich als Feindbild zelebriert.

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