Porr lässt auch Vozüge zu

26. August 2009, 18:14
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Stämme und Vorzüge haben gleiches Bezugsverhältnis

Wien - Bei der Präsentation der Porr Kapitalerhöhung wurde ein Detail nicht erwähnt: Auch die bestehenden Aktionäre von Vorzugsaktien können ihr Bezugsrecht im Verhältnis drei zu eins ausüben. Den größten Teil der stimmrechtslosen Vorzüge halten die ehemals der Bank Austria nahestehende B&C Stiftung (160.000 Stück) und die Bank Austria selbst gar noch 347.000 Stück. Der Bank-Austria-Anteil stammt noch aus Länderbank-Zeiten und entspricht 17,5 Prozent am Grundkapital.

Die B&C-Stiftung ist damit die einzige von den großen Stamm-Aktionären, die Porr-Vorzüge hält. Die Wiener Städtische und der Tiroler Gebäudetechnik-Unternehmer Klaus Ortner haben nur Stämme. Der Investor-Relation-Beauftragte der Porr, Rolf Petersen, rechnet aber eher nicht damit, dass die B&C Stiftung und die Bank Austria ihre Bezugsrechte bei den Vorzügen ausüben werden. Die Wiener Städtische wird, wie General Günter Geyer dem Standard sagte, bei den Stämmen (zehn Prozent) mitziehen, ihr Anteil wird aber verwässert und auf geschätzte acht Prozent sinken. Der Grund: Bei der Kapitalerhöhung werden nur Stammaktien emittiert für die aber auch die Vorzugsaktionäre Bezugsrechte haben. Bis zu zehn Prozent der Stammaktien (rund 200.000 Stück), die nicht von den Altaktionären übernommen werden, gehen im Wege eine Privatplatzierung an die türkische Renaissance-Gruppe, die zur Gänze den Unternehmer Erman Ilicak gehört, der die Gruppe auch leitet. Bezugsberechtigt sind alle bestehenden Porr-Aktionäre, auch die Kleinaktionäre.

Klaus Ortner, wird bei der Kapitalerhöhung seine Bezugsrechte ausüben, er wird sogar zukaufen, wieviel er am Ende tatsächlich halten wird, hängt vom endgültigen Ausmaß der Kapitalerhöhung ab. Die Porr rechnet damit, dass die Renaissance Gruppe durch diese Konstellation auf bis zur zehn Prozent der Porr-Stammaktien erwerben wird können. Der Baukonzern erwartet sich dadurch eine Kapitalzufuhr von bis zu 90 Mio. Euro. An der Börse gab die Aktie am Mittwoch Nachmittag um zwei Prozent auf 135 Euro nach. Die endgültige Zuteilung der Aktien steht erst am Ende der Kapitalerhöhung Mitte September fest. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.8.2009)

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