Orange bringt die nähere Mobilfunk-Zukunft nach Wiener Neustadt

26. August 2009, 17:31
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"Services, für die Kunden bereit sind, mehr zu bezahlen" statt Preiskampf

In die Stadt, in der Michael Krammer eine persönliche Vergangenheit hat, will der Orange-Chef die Zukunft des Mobilfunks bringen. Der Absolvent der Militärakademie hat Wiener Neustadt zur Future-Town erkoren, in der Orange ab September die Leistungsfähigkeit seines mobilen Netzes erhöht. Die Erfahrung der Orange-Kunden soll dann Basis für die Netzaufrüstung in ganz Österreich sein.

Wettlauf

Österreichs Mobilfunker befinden sich derzeit, wie berichtet, in einem Wettlauf um schnellere Netze. Während T-Mobile Innsbruck als internationalen Testfall für die Erprobung der nächsten Generation des Mobilfunks, LTE (Long Term Evolution) für wenige Testuser erkoren hat, geht Orange einen anderen Weg:"Wir verwenden ausschließlich kommerziell verfügbare Technologie, die von allen Orange-Kunden in Wiener Neustadt genutzt werden kann" , erklärt Krammer. Wegen des Schwerpunkts auf Technologie und Forschung - unter anderem ist hier eine einschlägige Fachhochschule und einregionales Innovationszentrum ansässig - fiel die Wahl auf Wiener Neustadt, wo Orange auch sein österreichweites Callcenter mit 100 Mitarbeitern betreibt.

UMTS-Krise

Er habe derzeit ein "Déjà-vu-Erlebnis" , sagt Krammer, der jetzige Wettlauf um "Technologien, die es vielleicht in drei Jahren geben wird" , erinnere ihn an den Hype um UMTS vor zehn Jahren, "der zur größtenKrise der Branche geführt hat" . Damals wurden quer durch Europa Frequenzen um immense Summen ersteigert und milliardenteure Netze errichtet, für die es erst seit kurzem mit mobilem Internet eine richtige Nutzung gibt.

Jetzt setzt Kramer nicht auf "Long Term" , sondern die kurzfristige Evolution, den nächsten Schritt zur Beschleunigung des bestehenden Netzes. Dies würde ab September in Wiener Neustadt zur Verdreifachung der Kapazität führen, im Frühjahr zur Versechsfachung, und im Laufe des nächsten Jahres soll diese Technik (HSPA+ mit 21 Megabit/sek) in ganz Österreich "ausgerollt" werden. Eine ähnliche Strategie kündigte auch "3" an, die bis Jahresende österreichweit HSPA+ installieren will. A1 betreibt einzelne solcher Funkzellen in Wien.

Services statt Preiskampf

Den Preiskampf will Krammer, bei Telering noch oberster Speckjäger (jetzt "Halbe Grundgebühr" ), durch "Services, für die Kunden bereit sind, mehr zu bezahlen" beenden. Welche Dienste das wären, außer TV über mobiles Internet, ist noch einGeheimnis - damit die Konkurrenz auf keine dummen Gedanken kommt. (spu, DER STANDARD Printausgabe, 27. August 2008)

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