Rekordzahlen in Bregenz

26. August 2009, 17:11
posten

Nächtigungsplus in der Region durch Festspiele

Die Aida habe sich als krisenresistent erwiesen, freute sich Festspiel-Präsident Günter Rhomberg bei der Bilanzpräsentation über den neuen Rekord an Festspielgästen. 259.084 besuchten die Festspiele, 201.258 davon sahen die Verdi-Oper auf der Seebühne. Die Festspiele brachten es damit auf eine Auslastung von 98 Prozent. Von Krisenstimmung war im Bregenzer Festspielsommer nichts zu spüren. "Ganz im Gegenteil" , sagt Rhomberg, "die teuren Tickets gingen zuerst weg."

Für Michael Diem, der seine erste Saison als Kaufmännischer Direktor absolvierte, war das Erfreulichste an diesem Festspielsommer, dass vor dem Festspielhaus so viele Menschen mit einem Schild "Suche Karten" zu sehen waren.

Ähnlich positiv sind die Erfahrungen im Tourismus. Die Nächtigungen in Vier-Sterne-Hotels der Region Bodensee-Vorarlberg stiegen im Juli im Vergleich zu 2008 um 7,3 Prozent auf 51.498. Insgesamt verzeichnete die Destination ein Nächtigungsplus von 2,1 Prozent,in der Festspielstadt Bregenz um ein Prozent auf 44.418.

Landesweit zeigte sich hingegen in der erstenSommerhälfte ein Abwärtstrend. Schlechtwetter und die wirtschaftliche Situation nennt Brigitte Plemel, stellvertretende Geschäftsführerin von Vorarlberg Tourismus, als Gründe für das Nächtigungsminus von 7,4 Prozent. Harald Köhlmeier, Geschäftsführer von Bodensee-VorarlbergTourismus erklärt sich den Zuwachs in seiner Region mit verstärktem Online-Marketing. Über 20 Prozent der Buchungen kommen, so Köhlmeier, übers Internet.

Sich auf einen "Krisensommer" mit Sonder- und Dumpingangeboten vorzubereiten, davor hatte Christian Schützinger, Direktor von Vorarlberg Tourismus, schon vor Saisonbeginn dringend abgeraten.

"Wir sind auch in schwierigen Zeiten bereit anzupacken" , sagte Gregor Hoch, Landesvorsitzender der Hoteliervereinigung, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. In Vorarlberg hätten nur 20 Prozent der Hoteliers Investitionen zurückgestellt, österreichweit 45 Prozent.

Um weiter investieren und Arbeitsplätze gewährleisten zu können, sollte aber, so Hoch, das bis 2010 angesetzte Tourismusförderungsprogramm des Landes verlängert werden. Vorarlberg könne die Wirtschaftskrise zwar nicht abschaffen, gibt sich Hoch realistisch, "aber den Nächtigungsrückgang können wir bremsen" . Dazu müsse aber das Werbebudget von Vorarlberg Tourismus um eine Million Euro erhöht werden. Der Wunsch des Hoteliers: mehr Unterstützung für Web-Plattformen, um den Online-Vertrieb zu intensivieren. (jub, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.8.2009)

Share if you care.