Deutsche Kinobranche registriert Zuwächse

26. August 2009, 17:01
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Umsatzsteigerung bei Konzentrationsprozess

Berlin - Die deutsche Kinobranche hat im ersten Halbjahr 2009 mehr Zuschauer angelockt - rund 65 Millionen Besucher, vier Millionen mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, wie die Filmförderungsanstalt (FFA) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Insgesamt setzten die Kinos dabei rund 422 Millionen Euro um - 13,4 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2008 . Die Tickets sind allerdings deutlich teurer: Durchschnittlich 6,50 Euro kostete eine Eintrittskarte, 40 Cent mehr als noch 2008.

Zur positiven Entwicklung der Besucherzahlen hat laut FFA- Vorstand Peter Dinges "das Wiedererstarken US-amerikanischer Produktionen in Verbindung mit einem stabilen deutschen Marktanteil auf hohem Niveau" beigetragen. Insgesamt 25,4 Prozent der Kinogänger (16,3 Millionen Besucher) sahen sich in den ersten Monaten dieses Jahres deutsche Produktionen oder Co-Produktionen an - nach dem Vorjahres-Rekordwert von 33,9 Prozent das zweitbeste Ergebnis seit Beginn der Auswertung durch die FFA. Mit "Der Vorleser", "Männersache", "Operation Walküre" und "Hexe Lilli" knackten vier von der FFA oder dem von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) geschaffenen Deutschen Filmförderfonds unterstützte Filme die Eine-Million-Besucher-Marke.

Der erfolgreichste Film des ersten Halbjahres war Dan Browns Roman-Verfilmung "Illuminati" mit 4,2 Millionen Besuchern. Insgesamt lockten Filme aus den USA rund zwei Drittel der Besucher in die Kinos. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten europäische Produktionen, die sich 5,5 Millionen Leute (2008: 1,8 Millionen) ansahen.

"Angesichts der vielversprechenden Filmstarts bis zum Jahresende ist es keine Hellseherei, auch mit Blick auf das Gesamtjahr optimistisch zu sein", meinte FFA-Vorstand Dinges. Im Herbst kommen unter anderem Sönke Wortmanns "Die Päpstin", "Wickie und die starken Männer" von Bully Herbig, "Gangs" mit Jimi Blue Ochsenknecht und seinem Bruder Wilson Gonzalez oder James Camerons mit Spannung erwarteter 3D-Thriller "Avatar" und der Michael Jackson-Film "This Is It" auf die Leinwand.

Während Umsatz und Besucherzahlen stiegen, geht die Zahl der Kinos und Kinostandorte aber weiter zurück: Ende Juni gab es in Deutschland nur noch 1.746 Kinos, 58 weniger als noch vor einem Jahr. Vor allem kleinere Lichtspielhäuser und Sonderformen mussten schließen. Daneben ist eine Konzentration zu erkennen: 30 Gemeinden mussten innerhalb eines Jahres ihr einziges Kino schließen. Damit sank die Zahl der Ortschaften, in denen mindestens ein Kino steht, mit 985 erstmals unter die 1.000er-Grenze. (APA)

 

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