Italien diskutiert Gesetz gegen Homophobie

26. August 2009, 16:22
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Initiative von lesbischer Abgeordneten ist Konsequenz aus gewalttätigen Übergriffen an Homosexuellen in den letzten Tagen

Rom - In Italien wird über ein Gesetz zur Bekämpfung der Homophobie diskutiert. Eine lesbische Abgeordnete der oppositionellen PD (Demokratische Partei), Paola Concia, hat im Parlament ein Gesetzprojekt eingereicht, das "sexuelle Intoleranz" als erschwerenden Umstand bei Delikten gegen die Person betrachtet. 

Verletzte nach homophoben Ausbrüchen

Ihr Anliegen wird von der Opposition aktiv unterstützt, nachdem in den letzten Tagen eine Serie von Angriffen gegen Homosexuelle für Schlagzeilen in Italien gesorgt haben. Ein homosexuelles Paar, das am vergangenen Wochenende vor dem Eingang eines Lokals in Rom Zärtlichkeiten austauschte, wurde von einem 40-jährigen vorbestraften Mann angegriffen, der auf die beiden jungen Männer mit einem Messer los ging. Beide wurden verletzt, eines der Opfer befindet sich noch in kritischem Zustand. Der Täter, der in rechtsextremen Kreisen verkehrte, wurde festgenommen.

Bei einem Streit um einen Parkplatz wurde diese Woche in Rimini ein homosexuelles Paar verprügelt. Einer der Verletzten ist ein Journalist, der seit Jahren für mehr Homosexuellen-Rechte kämpft.

In der Nacht auf Mittwoch wurde eine Diskothek in Rom in Brand gesetzt, die von Homosexuellen besucht wurde. 

Rom als "offene Stadt für die Faschisten"

Die Vorfälle sorgten für Empörung. Rom sei nach dem Wahlsieg des rechten Bürgermeisters Gianni Alemanno bei den Wahlen im vergangenen Jahr eine "offene Stadt für die Faschisten", kritisierten die Oppositionsparteien. Aus Protest gegen die Hass-Verbrechen an Homosexuellen planen AktivistInnen eine Demonstration. Bürgermeister Alemanno verurteilte die Angriffe und sprach von unannehmbarer Gewalt. (APA)

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