Cognis schreibt rote Zahlen

26. August 2009, 15:59
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Absatzverbesserung im 2. Quartal - Guter Start in das 3. Quartal - Keine konkrete Jahresprognose

Frankfurt - Die Wirtschaftskrise und Kosten für Sparprogramme haben den deutschen Spezialchemiekonzern Cognis im Halbjahr in die roten Zahlen gedrückt. Das Unternehmen, das die Gesundheitsbranche, die Lebensmittelindustrie, Kosmetik- sowie Farbhersteller beliefert, schrieb netto einen Verlust von 20 Mio. Euro nach einem Gewinn von 11 Mio. Euro vor Jahresfrist.

Im operativen Geschäft konnte Cognis dank Sparanstrengungen den Ergebnisrückgang aber begrenzen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. "Wir glauben, dass wir uns in diesen schwierigen Zeiten gut geschlagen haben", sagte Finanzchef Klaus Edelmann zu Reuters. Cognis kam auf einen bereinigten operativen Gewinn von 168 Mio. Euro - das sind knapp fünf Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Das Unternehmen setzte im Zeitraum Jänner bis Juni 1,3 Mrd. Euro um, ein Minus von 15 Prozent. Vor allem die Geschäfte in Deutschland und Frankreich entwickelten sich schwach. Cognis spürte die gesunkene Nachfrage hauptsächlich im Industriegeschäft. Der Konzernabsatz ging um 15,8 Prozent zurück, die Verkaufspreise angesichts niedrigerer Rohstoffpreise um 0,7 Prozent.

Um auch in der Krise die Erträge zu sichern, hatte Cognis ein Sparprogramm mit einem Gesamtvolumen von 100 Mio. Euro aufgelegt. Allein im ersten Halbjahr wurden Edelmann zufolge 47 Mio. Euro eingespart. "Wir haben damit rund die Hälfte im ersten Halbjahr eingefahren", sagte der Manager. Die operative Rendite legte auch deshalb im Halbjahr leicht zu. Das Sparpaket sieht Kürzungen in der Verwaltung, beim Transport und den Energiekosten vor sowie den Abbau von Stellen. Seit Ende 2008 fielen 231 Stellen weltweit weg, 20 davon in Deutschland. Im zweiten Halbjahr sollen hierzulande 70 weitere Jobs gestrichen werden.

Für die kommenden Monate äußerte sich Edelmann verhalten optimistisch. Das Unternehmen sei gut in das dritte Quartal gestartet. Bereits im zweiten Quartal habe der Absatz im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 3,8 Prozent zugelegt und das operative Ergebnis sogar um 30 Prozent. "Wir haben bei der Volumenentwicklung seit Juni eine bessere Situation," sagte Edelmann. Das habe sich im Juli fortgesetzt. "Und soweit wir nach vorne blicken können, sind wir auch nicht besonders pessimistisch für den August." Eine konkrete Jahresprognose wagte Cognis gleichwohl nicht.

Cognis war aus der Chemiesparte von Henkel hervorgegangen war und gehört seit 2001 den Finanzinvestoren Goldman Sachs Capital Partners, Permira und SV Life Sciences. (APA)

 

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