Daxbacher: "Wichtiger als das Derby"

26. August 2009, 15:38
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Rückspiel gegen Metallurg Donezk findet heute vor vollem Haus statt - Okotie und Bak wieder dabei

Wien - Der FK Wiener Austria will den anvisierten Sprung in die Europa-League-Gruppenphase mit dem Vertrauen in die eigene Stärke fixieren. Vor dem entscheidenden Rückspiel in der vierten Europa-League-Qualifikationsrunde gegen den ukrainischen Club Metallurg Donezk am Donnerst (19.15 Uhr/live ORF1) forderte Coach Karl Daxbacher von seinem Team Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ein. "Man muss von der ersten Minute an sehen, dass eine Mannschaft am Werk ist, die den Erfolg will und keine Selbstzweifel zeigt."

Nach dem 2:2 im Hinspiel geht Österreichs Cupsieger als gefühlter Favorit in die Partie vor voraussichtlich ausverkaufter Kulisse (nur noch wenige Karten für die West erhältlich) im 10.800 Zuschauer fassenden Horr-Stadion. Die Gefahr, dass die Austria den Gegner unterschätzt, besteht laut Daxbacher aber "überhaupt nicht". "Die Mannschaft hat gesehen, wie stark der Gegner ist. Ich bin hundert Prozent überzeugt, dass bei uns von Lockerheit keine Spur ist", erklärte der Trainer, der gegen die Ukrainer wieder auf Rubin Okotie und Jacek Bak zurückgreifen wird können.

Von Knieblessuren erholt

Der ÖFB-Teamstürmer und der polnischer Abwehrchef dürften sich von ihren Knieblessuren erholt haben. "Es schaut bei beiden relativ gut aus, dass sie dabei sind", meinte Daxbacher am Mittwoch. Vor allem der Einsatz von Okotie ist für die Austria enorm wichtig, müssen die Favoritner doch auf den nach seiner Gelb-Roten Karte im Hinspiel gesperrten Mamadou Diabang verzichten. Fehlen wird außerdem der angeschlagene Zlatko Junuzovic, den ein Bluterguss im Kniegelenk plagt.

Geschont wird mit Blick auf das nur drei Tage später stattfindende große Wiener Derby gegen Rapid natürlich kein Akteur. "Das Spiel ist wichtiger als das Derby, weil es für den Club um sehr viel Geld geht. Ein Derby hat natürlich immer mit Prestige zu tun, aber am Donnerstag geht es um einiges mehr", erklärte Daxbacher unmissverständlich. Das Thema Müdigkeit nach den englischen Wochen mit Meisterschaft und Europacup wolle er nicht ansprechen, "weil das eine Alibientschuldigung wäre für schwache Leistungen".

Mguni nicht dabei

Die zum Agieren gezwungenen Ukrainer erwartet sich der Austria-Trainerstab offensiver als im Hinspiel. "Ich rechne mit einem zusätzlichen Stürmer", wagte Daxbacher eine Prognose. Anbieten würde sich der Rumäne Tanasa, der beim 3:0-Heimerfolg in der fünften Runde der ukrainischen Meisterschaft am Sonntag einen Doppelpack erzielte. Metallurgs Stürmerstar Mguni machte die Reise nach Wien verletzungsbedingt nicht mit. Die Mannschaft von Trainer Nikolai Kostow habe den Aufstieg laut Daxbacher aber noch lange nicht abgeschrieben: "Von Resignation beim Gegner habe ich in Donezk keine Spur gesehen."

Für die Austria wäre ein Sprung in die Gruppenphase, den man im Vorgängerbewerb UEFA-Cup bei fünf Antritten dreimal (2004, 2006, 2007) schaffte, mit allein 900.000 Euro Startgeld Gold wert. Der Geldsegen könnte sich im Kader der Violetten bis zum Ende der internationalen Transferzeit am 31. August auch personell niederschlagen.

Gespräche mit Okotie fortgeschritten

"Den Aufstieg vorausgesetzt, müsste man einmal abwarten, welche Gegner wir am Freitag zugelost bekommen. Und dann hätten wir noch bis Montagabend Zeit, gegebenenfalls zu reagieren. Harakiri-Aktionen wird es bei uns aber nicht geben", meinte AG-Vorstand Markus Kraetschmer, der in punkto Kadergestaltung auch in den eigenen Reihen arbeitet. Erst diese Woche gab es wieder Gespräche mit Okotie, der über Sommer hinaus an den Club gebunden werden soll. Kraetschmer sieht die Austria-Chefetage auf gutem Weg: "Ich glaube, Rubin hat erkannt, was er an der Austria hat." (APA)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zum Europa-League-Qualifikationsrückspiel (4. Runde) FK Austria Wien - FC Metallurg Donezk am Donnerstagabend:

FK Austria Wien - FC Metallurg Donezk (Horr-Stadion, 19.15 Uhr/live ORF1 Konferenz, SR Kristinn Jakobsson/Island). Hinspiel 2:2. Sieger steht in Europa-League-Gruppenphase.

Austria: Safar - Standfest, Bak, Dragovic, Ortlechner - Klein, Vorisek, Baumgartlinger, Acimovic - Jun, Okotie

Ersatz: Almer - Suttner, Sulimani, Hattenberger, Krammer, Liendl, Topic

Es fehlen: Diabang (gesperrt), Junuzovic (Bluterguss Kniegelenk)

Donezk: Disljenkovic - Sergio, Checher, Korotezkij, Wolowijk - Godin, Dimitrow, Lazic, Kingsley - Mchitarjan, Tanasa

Ersatz: Worobijew - China, Bilozor, Prijma, Arakeljan, Schischenko, Makridis, Fabio

Es fehlt: Mguni (verletzt)

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