Greenpeace-Aktion gegen Strabag-Beteiligung

26. August 2009, 15:26
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Dass sich die Strabag mit ihrem bekannt liberalen Chef Hans Peter Haselsteiner am Ausbau des Atomkraftwerks Mochovce beteiligen soll, stößt Aktivisten auf

Greenpeace-Aktivisten erklommen am Mittwoch die Konzernzentrale in der Donaustadt und hinterließen direkt unter dem Konzern-Logo ein Banner in Form eines Kühlturms. Ziehe sich die Strabag nicht zurück, dann würde Greenpeace öfter auftauchen, kündigten die Aktivisten an. Es sei schön zu sehen, "dass man, wenn man sich gut vorbereitet, so eine Firma austricksen kann"

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Wien - Rund zwanzig Greenpeace-Aktivisten sind am Mittwochvormittag auf die Fassade der Strabag-Zentrale in der Donaustadt geklettert, um gegen die Beteiligung des österreichischen Baukonzerns am Ausbau des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce zu protestieren. Die Umweltschutzorganisation fordert von dem Bauunternehmen, "sich aus dem Projekt zurückzuziehen und mit Atomkraft keinen Gewinn zu machen", so Kampagnenleiter Jurrien Westerhof.

"Ausgerechnet" Hans-Peter Haselsteiner

Kampagnenleiter Westerhof zeigte sich unter Verweis auf die hiesige starke Anti-Atom-Lobby überrascht darüber, dass "eine österreichische Baufirma sich traut, zu versuchen, einen solchen Auftrag zu bekommen" und dass "ausgerechnet" Hans-Peter Haselsteiner, der ansonsten "recht liberal" sei, "mit der Atomlobby ins Bett geht".

Weiters verstehe Westerhof die Beteiligung des österreichischen Baukonzerns auch deswegen nicht, da es sich seiner Ansicht nach nur um einen "mittleren Auftrag" handle, der etwa mit dem Bau von zehn Kilometern Autobahn verglichen werden könne. "Ein paar Millionen Euro Gewinn" stünden somit der "Meinung von 95 Prozent der Österreicher" gegenüber, die gegen Atomkraft seien.

"Vorbildwirkung"

Andrea Zlatnanska von Greenpeace Slowakei meinte, Österreich, das bisher für die Slowakei eine "Vorbildwirkung" gehabt hatte, mache sich durch die Beteiligung am Projekt "die Hände dreckig". In der Slowakei gebe es viel weniger Atomgegner als in Österreich, da die Menschen "im Kommunismus jahrzehntelang der Gehirnwäsche ausgesetzt waren". Den Leuten sei fälschlicherweise vermittelt worden, Atomkraft sei "gut, sauber und billig".

Der Ausbau des AKW Mochovce, welches rund 200 km östlich von Wien in der Südslowakei liegt, ist umstritten. Laut österreichischen Atomgegnern entspricht es nicht heutigen Sicherheitsstandards. Mit dem Ausbau des Kernkraftwerks wurde bereits 1986 ohne Schutzhülle (Containment) begonnen. Block 3 soll Ende 2012, Block 4 Mitte 2013 in Betrieb gehen. (APA)

  • Greenpeace trickste die Strabag aus
    foto: standard/christian fischer

    Greenpeace trickste die Strabag aus

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