Wettbewerbsbehörde kritisiert Mineralölbranche

26. August 2009, 14:12
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Die Behörde prüft den Treibstoffmarkt und klagt über mangelnde Auskunftsfreudigkeit

Wien - Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) übt Kritik an der Mineralölbranche. Die Behörde prüft gerade den Treibstoffmarkt auf illegale Absprachen und klagt über mangelnde Auskunftsfreudigkeit der Konzerne. "Eigentlich wollte ich schon zur Jahresmitte fertig sein, jetzt hoffe ich auf das Jahresende", so BWB-Chef Theodor Thanner im Interview mit der Fachzeitschrift "Erdöldienst". Man habe versucht, Zahlenmaterial von den Firmen zu erhalten, ein Teil "war da aber nicht sehr kooperativ", erklärte Thanner.

Virtueller Datenraum

Wenig kooperativ waren die heimischen Mineralölkonzerne den Angaben zufolge auch bei der Errichtung eines virtuellen Datenraumes, in dem die Firmen ihre Daten anonym melden. Hier sei das Echo "nicht befriedigend". Thanner: "Außerdem dauert alles viel zu lange."

Aber auch am internationalen Treibstoffmarkt ist es für die BWB schwierig Auskünfte zu bekommen. "Ja, wir haben Platts (Anm. Verantwortlich für die Notierung der Rotterdamer Weltmarktpreise) Ende April um Unterlagen gebeten, was aber ohne Reaktion blieb. Erst als wir drohten, das britische Office of fair Trading einzuschalten, hat man uns die Unterlagen geschickt", beschreibt Thanner die Mühen zur Schaffung von mehr Transparenz am Ölmarkt.

BP bekommt Unterstützung

Laut Ö1-Mittagsjournal bekommt indes der Mineralölkonzern BP Unterstützung in Sachen Bekämpfung der Spritpreisverordnung vor dem Verfassungsgerichtshof durch Shell Austria und einen weiteren - namentlich nicht genannten Konzern.

Die Tankstellenpächter beklagen indes Mehrkosten bei gleichzeitigen Einkommensverlusten durch die Spritpreisverordnung, heißt es im Mittagsjournal. Die Tatsache, dass die Tankstellen am Vormittag eher verwaist bleiben und am Abend besucht werden, mache vor allem kleinen Tankstellen-Betreibern Probleme, sagte Alexander Pieknicek vom Fachverband der Tankstellenbetreiber. Am Vormittag, wenn wenig los ist, müsse ein Mitarbeiter anwesend sein, und am Nachmittag, wenn besonders viel los ist, müsse man zusätzliches Personal beschäftigen. Und dazu komme noch, dass das zusätzliche Geschäft wie etwa das in Autowaschanlagen durch die hohe Kundenkonzentration am Nachmittag und Abend eingeschränkt sei, beklagen die Tankstellenbetreiber. (APA/red)

 

 

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