Die dreifaltige Sternenfabrik

29. August 2009, 18:42
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ESO-Astronomen liefern neues Panoramabild des Trifidnebels und seiner unterschiedlichen Regionen

München - 5.200 Lichtjahre entfernt im Sternbild des Schützen: So lautet die Adresse einer bekannten "Sternenfabrik", des Trifidnebels ( M20). Eine spektakuläre Aufnahme dieses Nebels liefern nun Astronomen der Europäischen Südsternwarte, wie die ESO in Garching bei München mitteilte. Die Aufnahme gelang den Wissenschaftern vom La-Silla-Oberservatorium in Chile aus.

Der Name "Trifid" (wohlgemerkt: mit einem f) rührt vom lateinischen Wort trifidus ("dreigeteilt", "dreigespalten") her, da dunkle Staubstreifen das leuchtende Herz der Sternen-Geburtsstätte dreizuteilen scheinen. Der Nebel war bereits 1764 von dem französischen Astronomen Charles Messier entdeckt worden und bekam die Nummer 20 in Messiers berühmtem Katalog. Der britische Astronom John Herschel verpasste dem Nebel später seinen heutigen Namen.

Das Bild zeigt die verschiedenen Regionen des Trifdnebels, die sich im sichtbaren Lichtspektrum gut voneinander abheben: Der bläuliche Abschnitt links oben ist ein Reflexionsnebel, in dem das Licht neugeborener Sterne des Trifidnebels gestreut wird. Der runde rosafarbene Abschnitt darunter ist ein Emissionsnebel: Hier wird die Materie des Nebels von seinen Sternen so stark aufgeheizt, dass sie selbst im roten Bereich des Spektrums zu leuchten begonnen hat: charakteristisch für Wasserstoff. Für die "Dreiteilung" sorgen Dunkelwolken - "Artverwandte" des berühmten Pferdekopfnebels im Sternbild Orion. Sie absorbieren zwar das Licht, doch bilden sich in ihrem Inneren Verdichtungsgebiete, aus denen neue Sterne entstehen. (red)

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    foto: eso
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