United Internet trennt sich von Freenet-Aktien

26. August 2009, 13:51
posten

Webhosting-Tochter Strato steht zum Verkauf

Der Internetanbieter United Internet (UI) hat sich mit Gewinn von seinen Freenet-Aktien getrennt. Aus dem Verkauf des 8,43-prozentigen Freenet-Anteils werde ein außerordentlicher Ertrag im dritten Quartal erwartet, teilte UI am Mittwoch mit. Dieser werde sich wohl auf rund 20 Millionen Euro belaufen - abzüglich erwarteter Abschreibungen wegen des schwachen Kursverlaufs auf die Beteiligung am Konkurrenten Versatel. Insgesamt erlöste UI mit dem Verkauf von rund 10,8 Millionen Freenet-Aktien zu einem Preis von 8,70 Euro das Stück 94 Millionen Euro.

UI habe eine gute Gelegenheit gesehen, kursschonend seine Freenet-Aktien zu veräußern zu einem Preis, den das Unternehmen als gut erachte, sagte ein UI-Sprecher. Die Freenet-Aktien hatten 2008 erheblich an Wert verloren, weil der geplante Verkauf des DSL-Geschäfts stockte und Kunden für schnelle Internetanschlüsse lieber zur Konkurrenz gingen. Auch die monatelangen Querelen mit den Eignern UI und Drillisch um die Zukunft des Mobilfunkdienstleisters belasteten das Freenet-Papier.

An der Börse profitierten die Freenet-Aktien Händlern zufolge kurzzeitig von Übernahmefantasien. Die Titel stiegen um bis zu neun Prozent auf 9,61 Euro. Bis zum Mittag gaben sie aber einen großen Teil der Gewinne wieder ab: Marktkreisen zufolge werden die rund 10,8 Millionen Freenet-Aktien nicht an einen einzelnen Käufer gehen. Die Berenberg Bank, die den Anteil gekauft habe, werde die Aktien an mehrere Investoren weiterreichen, hieß es.

Die Berenberg Bank bestätigte, die Transaktion abgewickelt zu haben. Details wollte ein Sprecher aber nicht nennen. Auch United Internet und Freneet wollte sich nicht äußern. Eine mit der Situation vertraute Person aus dem Hamburger Unternehmen sagte, Freenet sei nicht über die Verkaufpläne informiert worden.

Auch künftig bleibt UI - wenn auch nicht mehr direkt - über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Mobilfunkdienstleister Drillisch an Freenet beteiligt. Der Stimmrechtsanteil betrage noch rund 17 Prozent, teilte UI mit. Die beiden Partner kontrollierten zuvor direkt und indirekt mehr als 25 Prozent von Freenet. Sie hatten das DSL- und das Mobilfunkgeschäft von Freenet eigentlich unter sich aufteilen wollen. Doch Freenet hatte mit der Übernahme des Mobilfunkdienstleisters Debitel die Pläne durchkreuzt.

Freenet will sich auf das Geschäft mit Mobilfunk und mobilem Internet konzentrieren. Dazu verkaufte Freenet im Mai sein DSL-Geschäft - an United Internet. Auch die Webhosting-Tochter Strato steht zum Verkauf.(reuters)

 

Share if you care.