Kinobetreiber steigern Investitionen in 3-D-Technik

26. August 2009, 13:31
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Cinemaxx und Cineplex wollen je fünf Mio. Euro investieren

Immer mehr große Kinobetreiber versprechen sich von umfangreichen Investitionen in die effektreiche 3-D-Technik steigende Besucherzahlen sowie Umsätze. Platzhirsche wie die Multiplexkette Cinemaxx haben angekündigt, bis Jahresende ihre Kinos mit 60 Leinwänden in dreidimensionaler Technik auszustatten. Aber auch andere Marktplayer springen auf den Zug auf und rüsten um. Cinemaxx-Vorstandschef Christian Gisy spricht sogar von einem "Wachstumstreiber" und will pro Kinocenter zwei Leinwände mit der modernen 3-D-Technik ausstatten. Über fünf Mio. Euro sollen investiert werden.

"Nichtsdestotrotz wird entscheidend sein, welche und vor allem wie viele Filme künftig in 3-D produziert werden"

"Die Digitalisierung wird sich fortsetzen und die Kinolandschaft in den kommenden Jahren nachhaltig verändern. Nichtsdestotrotz wird entscheidend sein, welche und vor allem wie viele Filme künftig in 3-D produziert werden", unterstreicht Thomas Schulz von der FFA Filmförderungsanstalt h gegenüber pressetext. Laut dem Branchenkenner bleibt zudem fraglich, ob Kinobesucher aktuelle Mehrkosten bis zu drei Euro bei einer flächendeckenden 3-D-Ausrüstung in der Zukunft überhaupt noch dafür ausgeben wollen.

Aber auch Erzrivale Cineplex plant einem Handelsblatt-Bericht nach die eigene Infrastruktur zu modernisieren. In den kommenden Wochen und Monaten sollen 50 Säle mit der 3-D-Technik ausgerüstet werden, lässt Cineplex-Chef Kim Ludolf Koch wissen. Eigenen Angaben zufolge belaufen sich die Kosten für eine 3-D-Leinwand auf rund 100.000 Euro. Die Investitionen spiegeln sich jedoch auch in den Kinokarten für diese aufwendigen Filme wider. Um die dritte Dimension spüren zu können, muss sich der Zuschauer zudem eine 3-D-Brille kaufen. Laut Cinemaxx springen hierbei pro Besucher Mehreinnahmen von fünf bis sechs Euro heraus - ein mehr als lohnendes Geschäft für die Kinobetreiber.

Teurer

3-D-Filme sind zwar teurer, trotzdem lassen sie sich optimal dazu nutzen, neue Zielgruppen zu erschließen. Vor allem soll jenes Publikum angesprochen werden, das bisher daheim in den eigenen vier Wänden DVDs geschaut hat. Das neue Filmerlebnis wird von der Branche als Chance gesehen. Von den in der Bundesrepublik rund 4.800 Leinwänden sind aktuell bisher 135 mit 3-D-Technik aufgerüstet worden. Der Filmleihverband HDF ging zu Beginn des Jahres sogar von nur rund 30 Filmtheatern aus. Die Prognosen für die Kino-Industrie sind jedoch vielversprechend. Branchenkenner gehen davon aus, dass bereits Ende 2010 rund zehn Prozent aller Filmtheater mit der dreidimensionalen Technik ausgerüstet sein werden.

Weltweit werden die 3-D-Filme gegenwärtig unter Hochdruck produziert. Kassenschlager wie "Ice Age 3" oder der am 17. September startende Disney-Animationsfilm "Oben" sollen die Kassen klingeln lassen. Für den Durchbruch der Technik soll das neue 3-D-Spektakel "Avatar" sorgen. Die Produktion übernimmt der Medienriese News Corporation ab 17. Dezember 2009. Cinemaxx schreibt nach einer langen Durststrecke inzwischen wieder schwarze Zahlen und erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Gewinn von 0,2 Mio. Euro bei einer stark gestiegenen Gesamtleistung von 91 Mio. Euro. 2008 hatte das Unternehmen noch 5,1 Mio. Euro Verlust geschrieben. Die Umsätze betrugen damals 168 Mio. Euro. (pte)

 

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