Arbeiten? "Hoffentlich noch jenseits der 80"

  • Anton Zeilinger.
    foto: apa/pfarrhofer

    Anton Zeilinger.

Wissenschafter Anton Zeilinger arbeitet 60 bis 70 Stunden pro Woche - Seine Devise: "Nur das machen, was ich selber sehr spannend finde"

Anton Zeilinger wollte eigentlich Astronaut werden, heute ist er einer der weltweit renommiertesten Physiker und wissenschaftliches Aushängeschild Österreichs. Der 64-Jährige mit dem Spitznamen "Mr. Beam" verrät im E-Mail-Karriere-Telegramm von derStandard.at seine Ansichten zu Beruf und Karriere.

derStandard.at: Wie sieht der "typische" Arbeitstag von Anton Zeilinger aus?

Zeilinger: Es gibt keinen typischen Arbeitstag.

derStandard.at: Wie viele Stunden arbeiten Sie im Schnitt pro Woche?

Zeilinger: 60 bis 70.

derStandard.at: Wie entspannen Sie sich vom beruflichen Stress?

Zeilinger: Segeln, Radfahren, klassische Musik.

derStandard.at: Welches Rezept haben Sie, um Berufliches und Privates unter einen Hut zu bringen?

Zeilinger: Keines. Das ist immer eine Spannung.

derStandard.at: Welche Rolle spielten für Sie berufliche Netzwerke beim Erklimmen der Karriereleiter?

Zeilinger: Keine österreichischen. Es war aber sehr wichtig, international anerkannt zu sein.

derStandard.at: Was war Ihr bis jetzt größter Karriereerfolg?

Zeilinger: Die erste Realisierung von Vielteilchenverschränkung und damit der Teleportation.

derStandard.at: Was war Ihr bis jetzt größter Karriereflop?

Zeilinger: Es hat ungewöhnlich lange gedauert, bis ich eine volle Professur hatte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ich damals Dinge machte, die Außenseitercharakter hatten, obwohl sie eines der heute weltweit aktivsten Forschunsggebiete in der Physik mit gestartet haben.

derStandard.at: Wie lautet Ihre berufliche Devise?

Zeilinger: Nur das machen, was ich selber sehr spannend finde.

derStandard.at: Haben sie ein berufliches Vorbild?

Zeilinger: Nein.

derStandard.at: Wenn Ihnen ein Wunsch von Seiten der Politik erfüllt werden würde, welcher wäre das?

Zeilinger: Mehr Förderung von Ungewöhnlichem und von Hochbegabten.

derStandard.at: Sollten alle Gehälter in Österreich transparent gemacht werden?

Zeilinger: Das bringt nichts.

derStandard.at: Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind?

Zeilinger: Astronaut.

derStandard.at: Wie lange wollen Sie beruflich aktiv sein?

Zeilinger: So lange wie es meine geistige Gesundheit zulässt. Hoffentlich jenseits der 80. (om, derStandard.at, 1.9.2009)

Zur Person:

Anton Zeilinger wurde am 20.Mai 1945 in Ried im Innkreis geboren. Er studierte Mathematik und Physik an der Uni Wien, wo er 1971 promovierte. Nach zahlreichen Auslandsaufenthalten wurde er 1990 ordentlicher Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck und Vorstand des Institutes für Experimentalphysik. Seit 1999 ist er Professor an der Uni Wien und Vorstand des Instituts für Experimentalphysik.

Bekannt wurde Zeilinger durch seine "Teleportationsexperimente" mit Lichtteilchen, was ihm den Spitznamen "Mr. Beam" einbrachte. Es gelang ihm, Quantenphysik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch seine wissenschaftlichen Verdienste und den unermüdlichen Einsatz für Forschung und Entwicklung wurde er mehrfach national und international ausgezeichnet.

 

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Das Problem der Hochbegabten-Förderung ist, wenn sie abgekapselt in eigenen Einrichtungen erfolgt, dass viele ihre Kinder in solche Programme "drücken" würden. Va, wenn sie aus einflussreichen Familien stammen.

Die Definition was hochbegabt ist, ist ja auch strittig. Nicht jeder Nerd ist hochbegabt!

Wie Zeillinger selbst sagt (aber wahrscheinlich nicht erkennt), setzt sich Begabung gepaart mit Fleiß am Ende regelmäßig durch. Schließlich ist er doch auch nach längerem Professor geworden, wo er doch jenseits des Mainstreams ursprünglich geforscht hat.

Begabtenförderung kann auch anders passieren - mit mehr Interaktion mit Dummen wie mir. Da lernen die Begabten vielleicht auch das was ihnen fehlt: Sozialkompetenz!

... mit 80?

Können oder müssen- derzeit sieht es so aus, als wäre das Müssen das Ziel der Politik!

Ich glaubs nicht!

Warum werden hier Postings gelöscht, die, mit Recht, behaupten, dass der Populist Z. andere Zweige der Fakultät für Physik, die wirklich Spitzenforschung betreiben, totsparen will und es auch getan hat. Prof. Dellago ist sicher irgendwann ein guter Dekan, aber nicht, solange er bei jeder Unterschrift den Politiker Quanton fragt.!!! WIeso wird so ein Posting hier gelöscht? Sind wir schon bei der Krone, oder wie?

Leiden Sie unter Verfolgungswahn?

Die Neider sind ja wieder mal zahlreich vertreten in dem Forum!

Schrecklich, diese Kleingeistigkeit!

Nach dem Motto:
"Wos, der hot's zu wos brocht? Des hot a sich sicher g'richt."

ja eh

in östereich wird man ohne "netzwerk" aka freunderlwirtschaft univ prof.
bruahahaha.

Ja aber nur wenn man Spitzenniveau hat..

ansonsten eher nicht

Toll ist er der Quantinger!

Aber mit voller Hose ist leicht lange stinken!

...

...das kommt davon wenn man nur Quanten im Hirn hat.Da bin ich lieber blöd und höre mit 55 auf zu arbeiten.

post oder bahn?

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

Arbeiten: bitte ja. Dauernd in den Medien vertreten sein: bitte nicht!

[]

hat da wer dem quanton während einer rotphase auf der währinger straße das mikro in seinen avantime gehalten oder ist der herr vielleicht wirklich so einsilbig?

Köstlicher Kommentar - ist mir auch gleich aufgefallen (übelster Telegrammstil), darüber hinaus die Unkonzentriertheit an folgender Stelle:
(Zitat)
derStandard.at: Welche Rolle spielten für Sie berufliche Netzwerke beim Erklimmen der Karriereleiter?

Zeilinger: Keine österreichischen. Es war aber sehr wichtig, international anerkannt zu sein.
(Zitat Ende)
Inhaltlich völliger Nonsense wenn man nach der Syntax der deutschen Sprache analysiert - interessant wäre, ob ein Kenner Interferenzen einer bestimmten Programmiersprache ortet...

schon mal daran gedacht, dass diese Telegramm-artigen Antworten schlicht und einfach auch damit zu tun haben können, dass Zeilinger eben sehr beschäftigt ist und sich nicht für jedes Interview einen halben Tag lang Zeit nehmen kann? Und da kanns schon mal passieren, dass man nicht auf Punkt und Beistrich bei jeder Antwort auf den richtigen Syntax der deutschen Sprache achtet...im Unterschied zu einigen Standard-Postern mit viel Tagesfreizeit, die eben ruhig auch mal 1 Stunde an einem Posting feilen können.

sollte aber eigentlich die aufgabe der journalisten sein, satzungetüme bzw. stummelgrammatik in gut lesbare und "richtige" sätze zu transferieren.

Wenn ich nur das mache was mich interessiert, den ganzen Tag gscheit rede,

und die Ehrungen für die Arbeit anderer Wissenschaftler einheimse, dann ist es leicht arbeiten.
Herr Zeilinger, was Sie Arbeit nennen, das ist für andere Freizeit, Sie haben das Glück dafür bezahlt zu werden. Da ist es leicht bis 80 arbeiten zu wollen.

Frühr war er mal gut, jetzt ist er nur noch Populist, kann ih nicht leiden.

nicht jeder hasst eben seinen Job

ist doch schoen wenn man seine Taetigkeit so liebt, dass man nicht damit aufhoeren moechte. Das trifft auf viele Wissenschafter zu, die ich kenne - im Vergleich zu Leuten in der Privatwirtschaft, wo die meisten die letzten 10 Jahre ihres Lebens nur mehr auf die Pension hinarbeiten.

Mr. Gugging

Soll er sich doch mit seinen ÖVP-Kumpeln zu seinem Gugging zurück ziehen... da kann er Beamen bis er schwarz wird... ups... ;)

Was genau haben Sie gegen das IST vorzubringen?

Naja - da gibt es so einiges; Abgesehen davon das die Idee dieses Instituts durch die ÖVP und ihre NÖ-Landesglatze eigentlich vollkommen korrumpiert wurde, indem man Gugging als Standort erzwungen hat - noch so eine sinnlose Micky Mouse Pseudo-Uni wie diese Donauuni oder diesen neuen Zahnarzt - Kurs....
Außerdem gibt es in Österreich genügend andere "exzellente" Arbeitsgruppen welche zuerst gefördert gehören, bevor man das Geld nach Gugging schickt um dem Pröll dabei zu helfen sein Pseudo-Wien in NÖ nachzubauen... lächerlich...

Auch ich möchte noch jenseites der 80 arbeiten. Und der Haselsteiner von der Strabag hat mir`s zuagsogt. Ehrenwort.

passt
ich hör mit 55 auf


roter baron

er hätte ruhig auch sagen können, das wissenschaftler im generellen unterbezahlt sind...das würd dann evtl. auch noch was am spaß an der forschung ändern...nur zur gaudi macht man das nicht.

Freut mich...

...wenn der Herr Zeilinger bis 80 weiterarbeiten will. Ich nehme aber an, dass er sensibel genug ist um dann als Emeritus zu wirken um Jüngeren, also 60jaehrigen Kollegen, auch eine Chance zu bieten.

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