UNHCR besorgt über humanitäre Lage

26. August 2009, 00:03
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Gefechte zwischen Regierungstruppen und schiitischen Aufständischen dauern an - Flüchtlingshochkommissariat weitet Hilfsmaßnahmen aus

Wien - Der Sprecher des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Roland Schönbauer, hat sich am Montag gegenüber der APA "besorgt über die Zuspitzung der humanitären Situation der Vertriebenen" im Norden des Jemen geäußert. Vor allem in Saada sei die Bevölkerung immer stärker betroffen, da es seit nunmehr zwei Wochen weder Strom noch Wasser gebe, auch auf den Markt zu gehen um Lebensmittel zu kaufen werde immer schwieriger und gefährlicher. Die Registrierung von Vertriebenen durch die UNO habe in Saada aufgrund der Sicherheitslage gestoppt werden müssen. Das UNHCR weitet seine Hilfsmaßnahmen nun aus.

In der Nachbarprovinz Hajjah wurden der UNHCR zufolge am Montag 6.000 Personen mit Decken, Zelten und Plastikplanen versorgt. In der Nähe von Hajjah wird zur Zeit ein neues Camp für kürzlich Vertriebene aufgebaut, 3.500 Personen sollen noch diese Woche aufgenommen werden. In der Provinz Amran südlich von Saada ist ebenfalls ein Camp in Planung, das 500 Familien beherbergen können wird. Im Nothilfelager in Dubai wurden 40 Container mit Hilfsgütern beladen. 25.000 Decken, Hunderte Zelte sowie Küchensets sollen die nordjemenitischen Vertriebenen Anfang September erreichen.

Tausende Tote

Seit dem Beginn eines Aufstandes im Juni 2004 wurden in Saada bereits tausende Menschen getötet. 120.000 Personen wurden seitdem vertrieben, davon 35.000 innerhalb der vergangenen zwei Wochen. Daran sei ersichtlich, wie sehr sich die Lage zur Zeit zuspitze, so Schönbauer gegenüber der APA.

Die al-Houthi-Rebellen der schiitischen Minderheit fühlen sich von der sunnitischen Mehrheit und der Regierung vernachlässigt. Die jemenitischen Streitkräfte hatten in dem Gebiet vergangene Woche eine Militäroffensive gegen die schiitischen Rebellen gestartet. Nach Angaben von Behördenvertretern wurden Dutzende Menschen bei Luftangriffen getötet. Die Provinz, in der im Juni unter anderem eine fünfköpfige Arztfamilie aus Deutschland entführt worden war, scheint seitdem kurz vor einem offenen Krieg zu stehen. (APA)

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