Das Wundern von Tel Aviv

25. August 2009, 22:41
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Gäb’s eine Steigerung von chan­cenlos, sie würde auf Red Bull Salzburg passen. Der Fußballmeister verlor bei Maccabi Haifa 0:3 und verpasste die Champions League mit insgesamt 1:5. Die Europa League ist ein schwacher Trost.

Tel Aviv – Wer keine Torchance hat, kann keine nützen. Logisch also, dass bei Maccabi Haifa am Dienstagabend die Null stand. Und dass Salzburg das erhoffte Wunder verwehrt blieb. Wundern, ja wundern konnte man sich über die Gäste in Tel Aviv, wohin Maccabi ausgewichen war. Sie wurden regelrecht vorgeführt, wie über weite Phasen schon im Hinspiel. Die Champions League findet ohne die sogenannten Bullen statt, und diese finden sich in der Gruppenphase der neuen Europa League wieder. Ausgelost wird am Freitag.

Salzburg-Trainer Huub Stevens hatte sich trotz zweier zum Aufstieg benötigter Tore für eine Solospitze entschieden – im Gegensatz zu den vergangenen Wochen hieß diese Marc Janko und nicht Alexander Zickler. Letzterer kam erst nach der Pause, nachdem ersterer lange Zeit in der Luft gehangen war. Janko hatte kaum Unterstützung aus dem Mittelfeld erhalten, wo überraschend Stefan Ilsanker sein Europacup-Debüt gab. Der 20- Jährige hatte bisher noch nie in der Bundesliga gespielt. Er fiel nicht weiter auf, war auch nicht schlechter als die anderen.

Anstelle des verletzten Abwehrchefs Sekagya bildete BarryOpdam ein Innenverteidiger-Duo mit Milan Dudic. Ohne Erfolg. Die Salzburger haben in zwölf Spielen unter Neo-Coach Stevens erst einmal zu Null gespielt. Diesmal dämpfte der Georgier Dwalischwili die Hoffnungen schon vor der Pause (31.). Zuvor hatte Salzburg genau einmal sehenswert angegriffen, der Schuss von Tchoyi ging an der linken Stange vorbei (12.). Hernach sollte Salzburg nie wieder sehenswert
angreifen.

Die Salzburger wollten Dwalischwili beim 0:1, das Katan vorbereitete, im Abseits gesehen haben. Tatsächlich hatte ein schwerer Abspielfehler in der eigenen Hälfte das Unglück eingeleitet, Opdam stand falsch, Schiemer konnte auch nicht mehr helfen. Nach Seitenwechsel doppelte Jungstar Eyal Golasa nach. Den Schuss des 17-Jährigen lenkte Ilsanker unhaltbar für Salzburg-Keeper Eddie Gustafsson ins eigene Netz (57.). Am Ende passte sich dann auch der Schwede seinen Vorderleuten an, Ghadir nützte ein Missverständnis zwischen Gustafsson und Opdam zum 3:0 (90.).

Rapid (2005/06) bleibt der letzte österreichische Teilnehmer in der Gruppenphase der Eliteliga. Salzburg hatte es ein einziges Mal dorthin geschafft – vor genau 15 Jahren, noch lange vor der Ära Red Bull, ausgerechnet gegen Maccabi Haifa. Nun ist Red Bull zum dritten Mal gescheitert. Nach Valencia (2006) und Donezk (2007) war Haifa eine Nummer zu groß. Wenn nicht zwei Nummern. (red, APA; DER STANDARD PRINTAUSGABE 26. August 2009)

Maccabi Haifa - Red Bull Salzburg Endstand 3:0 (1:0). Tel Aviv, Ramat-Gan-Stadion, 35.000 Z uschauer, SR Bertrand Layec (FRA). Hinspiel: 2:1 - Maccabi Haifa mit Gesamtscore von 5:1 aufgestiegen.

Tor:
1:0 (31.) Dwalischwili

2:0 (57.) Golasa

3:0 (90.) Ghadir

Haifa: Davidovitch - Meshumar (62. Harazi), Teixeira, Maymon, Masilela - Culma Jairo, Kayal - Katan, Ghadir, Golasa (62. Boccoli) - Dwalischwili (73. Refaelov)

Salzburg: Gustafsson - Schiemer, Dudic (55. Vladavic), Opdam, Ulmer - Tchoyi, Ilsanker (70. Ilic), Leitgeb, Cziommer (55. Zickler), Svento - Janko

Gelbe Karten: Culma Jairo, Kayal bzw. Cziommer

* Maccabi Haifa in der Gruppenphase der Champions League (Auslosung am Donnerstag in Monaco, 1. Runde am 15./16. September)

* Salzburg in der Gruppenphase der Europa League (Auslosung am Freitag in Monaco, 1. Runde am 17. September)

  • Maccabi Haifa hatte mit Meister Red Bull viel Freude und einen Platz in der Champions League sicher. 
    foto: epa/georg hochmuth

    Maccabi Haifa hatte mit Meister Red Bull viel Freude und einen Platz in der Champions League sicher. 

  • Franz Schiemer und Red Bull hatten auch in Tel Aviv gegen Maccabi Haifa zu leiden.
    foto: epa/georg hochmuth

    Franz Schiemer und Red Bull hatten auch in Tel Aviv gegen Maccabi Haifa zu leiden.

  • Die Zeit von Trainer Stevens könnte schneller ablaufen als erwartet.
    foto: epa/georg hochmuth

    Die Zeit von Trainer Stevens könnte schneller ablaufen als erwartet.

  • Red Bull macht glücklich...

     

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