"Thara" hilft bei Jobsuche

25. August 2009, 20:14
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Volkshilfe-Beratung richtet sich konkret an Roma

Wien - Seit fünf Jahren arbeitet die Volkshilfe Österreich an dem Projekt "Thara", das Roma in den Arbeitsmarkt integrieren soll. Nun zieht man eine erste Bilanz. Österreich habe "eine Verpflichtung gegenüber dem verfolgten Volk", betont Geschäftsführer Erich Fenninger. Ein Blick nach Ungarn genüge: Dort erlebe die "Zigeunerverfolgung" eine Renaissance. Rund 100 Roma und Sinti nutzten die Beratung der Volkshilfe bisher, sagt Fenninger: "Das Spektrum reicht vom Hauptschulabschluss bis zur Aufforderung, sich doch beim Arbeitsmarktservice als arbeitssuchend zu melden."

Mit dem neuen Projekt "Amaro Trajo" soll ab September grenzüberschreitend gearbeitet werden. "Wir müssen mit Roma-Gruppen im Ausland in Kontakt kommen", erklärt Fenninger. Geplant sei 2010 auch eine internationale Konferenz von Roma-Vereinen aus verschiedenen Ländern. Doch auch Einzelpersonen, vorrangig Mitglieder der Romani-Gemeinschaften, werden von der Volkshilfe weiter unterstützt: Coaching und Beratungen für eine Verbesserung ihrer arbeitsmarktpolitischen Situation werden angeboten. "Berufliche Perspektiven und Verbesserungen sollen in Einzelgesprächen aufgezeigt werden", erklärt Fenninger, "Bildung ist der Schlüssel, um Armut nicht weiterzuvererben."

Es gebe kaum Studien über die Romani-Gemeinschaft, daher sei die Arbeit für und mit den Roma so schwierig. Das Projekt "Amaro Trajo" wird ein Jahr lang vom Sozialministerium gefördert. Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger ist aber optimistisch, dass das Bildungsprojekt "Thara" auch danach weiterbestehen wird. (ver, DER STANDARD Printausgabe, 26.08.2009)

 

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