DNA-Probe bringt Übereinstimmung

25. August 2009, 19:07
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Einer der Verdächtigen war bei Kosovo-Truppe Kfor

In Ungarn verdichtet sich die Beweislage gegen vier Männer, die seit voriger Woche als mutmaßliche Verantwortliche für eine beispiellose Serie von Morden an Roma in Untersuchungshaft sitzen. Bei zwei dieser Männer stimmen die DNA-Proben mit jenen überein, die an Tatorten sichergestellt worden waren, teilte der ungarische Polizeichef István Házi am Dienstag in Budapest mit.

Die Männer waren vergangenen Freitag in einem Debrecener Nachtklub verhaftet worden. Bei den Hausdurchsuchungen wurden von der Polizei sechs Gewehre gefunden, darunter auch Schrotflinten. Sichergestellt wurden zudem Geländewagen und detaillierte Landkarten, auf denen die Orte der Anschläge markiert waren.

Ungarische Medien enthüllten zudem immer neue Details aus dem Leben der Tatverdächtigen: Einer der Männer soll früher als Kfor-Soldat im Kosovo gedient haben. Außerdem ist sein Schwager Polizist. Er soll die Tatwaffen beschafft haben. Die Ermittler untersuchen auch die mögliche Rolle dieses Schwagers in Polizeidiensten bei der Mordserie.

Bei der Serie von Anschlägen auf Roma, die vor einem Jahr begann, wurden insgesamt mindestens sechs Roma getötet und 55 verletzt. Einen weiteren Doppelmord zählt die Polizei nicht zu dieser Serie. Mit den Ermittlungen befasst sich eine 120-köpfige Sondereinheit. (Kathrin Lauer aus Budapest, DER STANDARD Printausgabe, 26.08.2009)

 

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