41 Tote bei Anschlagsserie in Kandahar

25. August 2009, 19:20
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Fünf Autobomben explodiert - Mindestens 66 Verletzte - Opfer ausschließlich Zivilisten

Kandahar - Bei einer Serie von Bombenanschlägen in der südafghanischen Stadt Kandahar sind nach Polizeiangaben 41 Menschen getötet und 66 verletzt worden. Nach Behördenangaben explodierten fünf Autobomben. Der Anschlag ereignete sich demnach offenbar nahe der Büros des Geheimdienstes. Ein Vertreter der Polizei hingegen erklärte, Ziel könne auch ein von Ausländern bewohntes Haus gewesen sein. 

Wie der Polizeichef für den Süden des Landes, Ghulam Ali Wahdad, weiter mitteilte, handelte es sich bei den Opfern ausschließlich um Zivilisten. Zuvor hatte ein Arzt von acht Toten und 13 Verletzten gesprochen.

Die Explosion ereignete sich kurz nach Sonnenuntergang in der Nähe eines Gebäudekomplexes mit einem Hochzeitssaal, Geschäften und einem Hotel. Dort herrschte reger Betrieb, weil die Bürger zum abendlichen Fastenbrechen im Ramadan zusammenkamen. Kandahar ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die als Hochburg der aufständischen Taliban gilt.

Einstiges Machtzentrum der Taliban

Die südafghanische Stadt Kandahar galt lange als unangefochtene Hochburg der radikalislamischen Taliban. Der aus der gleichnamigen Provinz Kandahar stammende Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar herrschte von dort aus zwischen 1996 und 2001 über fast ganz Afghanistan. Auch Terroristenchef Osama bin Laden soll längere Zeit in der Stadt gelebt haben.

Kandahar war während der Taliban-Herrschaft nach Kabul die zweitgrößte Stadt Afghanistans und ist auch heute eine der wichtigsten Städte des Landes. Die Taliban haben in der Region um Kandahar noch viele Anhänger.

Vor dem Krieg 2001 lebten in der Stadt etwa 300.000 Menschen. Kandahar, über Jahrhunderte ein bedeutender Knotenpunkt für den Handelsaustausch zwischen dem Iran und Indien, war während der sowjetischen Besatzung von 1979 bis 1989 weitgehend zerstört worden. Während des Krieges gegen die Taliban eroberten US-geführte Truppen die Stadt nach schweren Kämpfen im Dezember 2001. (APA/AP)

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