2009 tödlichstes Jahr für ausländische Truppen

25. August 2009, 18:34
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Taliban-Offensiven für NATO immer verlustreicher

Kabul - In Afghanistan sind bereits jetzt so viele ausländische Soldaten getötet worden wie nie zuvor in einem Jahr seit dem Sturz des Taliban-Regimes durch die US-geführte Militärintervention 2001. Wie die NATO am Dienstag mitteilte, wurden vier US-Soldaten im Süden des Landes bei einem Bombenanschlag in den Tod gerissen. Damit stieg die Zahl der getöteten ausländischen Soldaten auf 295. Im vergangenen Jahr hatte die Zahl mit 294 gefallenen Soldaten einen Höchststand erreicht.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte gefordert, die afghanischen Sicherheitskräfte müssten massiv aufgestockt werden. Militär und Polizei müssten von zusammen derzeit 200.000 auf 400.000 Mann verdoppelt werden. Auf einen präzisen Zeitrahmen wollte er sich nicht festlegen. Die NATO-Staaten beteiligen sich an der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte. Ziel ist es, die regulären Truppen und die Polizei in die Lage zu versetzen, selbst für die Sicherheit zu sorgen, damit die ausländischen Truppen abziehen können.

Die Taliban-Aufständischen sind nach Einschätzung des Oberkommandierenden der NATO-geführten Internationalen Schutztruppe ISAF so stark wie nie seit dem Sturz ihres Regimes vor knapp acht Jahren. "Die Lage hier ist ernst", sagte US-General Stanley McChrystal kurz vor der Präsidentenwahl in Kabul, "der Aufstand ist gewachsen." Der frühere deutsche ISAF-Stabschef General Bruno Kasdorf hatte schon vor Monaten gewarnt, es bestehe "ganz konkret" die Gefahr, dass die afghanische Bevölkerung zu den Taliban überlaufe. (APA/Reuters)

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