Kleine Fische deuten auf große Umwälzungen hin

29. August 2009, 12:44
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Erholung von vorangegangener Bleiche offenbar nur oberflächlich

Brisbane/München - Die kleinsten Fische am Great Barrier Reef geben Hinweise, dass sich die natürlichen Systeme an den Korallenriffen derzeit massiv verändern. Der Grund für die Veränderungen könnte - wie so oft - auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sein. Forscher des ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies und der James Cook University haben nämlich festgestellt, dass die Zahl der Grundeln, die in großer Zahl am Riff leben, in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat.

Nach der umfangreichen Korallenbleiche im Indopazifik von 1998 hat sich das Great Barrier Reef auf den ersten Blick gut erholt. Doch der Eindruck täuscht; der Rückgang an Grundeln, ist ein Indikatur für Verlust von Biodiversität und deutet darauf hin, dass Schädigungen des Riffs weitgehender sind als bisher angenommen haben.

"Die Fische mögen zwar klein sein, aber sie sind sehr wichtig. Und sie erzählen uns, dass sich die Welt dort unten stark verändert hat und dass wir möglicherweise nicht in der Lage sind, die Dinge so zu managen, wie wir uns das vorstellen", meint der Ichtyologe David Bellwood in seiner Untersuchung. Während große Rifffische zwischen fünf und zehn Jahre alt werden, haben die Grundeln eine durchschnittliche Lebensdauer von knapp 100 Tagen.

"Von zehn Grundeln überleben nur neun den Tag, da sie für viele andere Tiere gute Beute sind", erklärt der Forscher. Wenn die Schnellbrüter plötzlich nicht mehr da sind, sei dies ein sicheres Zeichen, dass etwas anders geworden ist, erklärt der Experte. Bis jetzt sei nicht geklärt, welche Faktoren tatsächlich für das Verschwinden der Grundeln verantwortlich sind. Derzeit arbeitet ein Dutzend Forscher daran, die Ökologie der kleinen Fische zu erforschen. (pte/red)


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