Al-Kaida-Gruppe bekennt sich zu Doppelanschlag auf Ministerien

25. August 2009, 17:42
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"Aus Gottes Gnade Bastionen des Unglaubens zerstört" - Irak ruft Botschafter aus Syrien zurück

Dubai - Knapp eine Woche nach dem verheerenden Doppelanschlag in Bagdad mit 95 Todesopfern hat sich der irakische Arm des Terrornetzwerks Al-Kaida zu den Taten bekannt. Der Doppelanschlag vom Mittwoch vergangener Woche habe darauf abgezielt, "Bastionen des Unglaubens" zu zerstören, erklärte die Gruppe Islamischer Staat im Irak am Dienstag auf einer islamistischen Website.

Die Detonationen seien "aus Gottes Gnade" erfolgt und hätten Bagdad ins Herz getroffen. Daher hätten die Attentäter die Ministerien für Auswärtige Angelegenheiten, Finanzen und Verteidigung sowie den Sitz der Provinzregierung in Bagdad ins Visier genommen. Bei den Explosionen waren 95 Menschen getötet und mehr als 600 weitere verletzt worden.

Die Regierung in Bagdad ging zunächst jedoch davon aus, dass die im Irak verbotene Baath-Partei hinter dem Doppelanschlag stecke. Sie beorderte am Dienstag den irakischen Botschafter aus Syrien zu Konsultationen zurück. Der Irak verlange von Syrien die Auslieferung von zwei Mitgliedern der Baath-Partei, die den Anschlag befohlen haben sollen. Die Baath-Partei, die unter Saddam Hussein im Irak die Macht ausübte, besteht in Syrien weiter.

Im Irak war am Sonntag ein Video vom Geständnis eines ehemaligen Polizeichefs und Anhängers des früheren Präsidenten Saddam Hussein ausgestrahlt worden. Darin sagt der Beschuldigte, er habe von seinem "Parteichef" Sattam Farhan in Syrien telefonisch den Auftrag für eine "Operation" zur Destabilisierung des Irak erhalten. Die Anschläge auf das Finanz- und auf das Außenministerium waren die schlimmsten seit 18 Monaten. (APA/AP)

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