Südossetien und Abchasien feiern Jahrestag ihrer Unabhängigkeit

25. August 2009, 16:24
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Abtrünnige Regionen nach georgischem Angriff auf Südossetien von Moskau anerkannt

Moskau - Ein Jahr nach dem Südkaukasuskrieg feiern die von Georgien abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien an diesem Mittwoch den ersten Jahrestag ihrer Anerkennung als unabhängige Staaten durch Russland. Südossetien verdanke seinem "großen Verbündeten" nicht nur den Schutz vor der "barbarischen Aggression Georgiens" und die Rettung seines Volkes, sondern auch das "Recht auf eine freie Entwicklung". Das teilte der südossetische Machthaber Eduard Kokojty dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in einem von der Agentur Interfax am Dienstag veröffentlichten Telegramm mit.

Der Kremlchef hatte am 26. August 2008 gegen internationalen Protest Abchasien und Südossetien als souveräne Staaten anerkannt. Der Westen sieht die beiden Gebiete dagegen weiter als Bestandteil Georgiens und verlangt die Wiederherstellung der territorialen Integrität der früheren Sowjetrepublik. Tiflis sieht seine Gebiete durch tausende russische Soldaten besetzt.

"Einzig möglicher Weg"

Das russische Außenministerium verteidigte die Anerkennung Abchasiens und Südossetiens nach dem Fünftagekrieg im August als "einzig möglichen Weg". Moskau werde die wirtschaftliche, soziale und militärische Entwicklung in den neuen Staaten auch künftig fördern, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Russland hat in den Regionen tausende Soldaten stationiert, die einen Angriff georgischer Truppen wie in der Nacht auf den 8. August 2008 verhindern sollen.

Russland erwartet, dass sich neben Nicaragua noch weitere Staaten zu einer Anerkennung von Abchasien und Südossetien entschließen. Die Europäische Union und die USA warnen allerdings davor. Abchasien und Südossetien hatten bereits vor dem Krieg eine Anerkennung gefordert. Russland hatte eine Unabhängigkeit der Gebiete nach dem Vorbild des Kosovo selbst lange Zeit abgelehnt, sich nach dem Krieg mit Georgien dann aber doch zu dem Schritt entschlossen.

Auch westliche Diplomaten sehen derzeit keine Chancen für ein "großes Georgien". Die Führung in Tiflis strebt ungeachtet des Territorialstreits einen NATO-Beitritt an. Die Regionen Abchasien und Südossetien haben laut russischen Medien inzwischen auch eine US-amerikanische PR-Firma damit beauftragt, die "neuen Staaten im Westen bekanntzumachen". Dafür geben beide Regionen monatlich ungerechnet jeweils rund 21.000 Euro aus, wie die Zeitung "Kommersant" berichtete. Der Betrag übersteige um ein Vielfaches die Entschädigungszahlungen an Kriegsüberlebende. 

Die Bewohner Südossetiens und Abchasiens beklagen einen mangelnden wirtschaftlichen Fortschritt nach der Anerkennung durch Russland. Zum Jahrestag der Anerkennung erinnert Südossetien auch in einer Ausstellung in Moskau an den "opferreichen Kampf für die Unabhängigkeit". Der südossetische Machthaber Kokojty will an diesem Mittwoch mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin in Moskau die künftige Zusammenarbeit beider Staaten erörtern. Als Fernziel hatte Kokojty wiederholt eine Vereinigung mit Russland genannt. (APA/dpa)

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