Spektakuläre Fälle aus dem CIA-Bericht zu Folter

25. August 2009, 16:15
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"Ungenehmigte, improvisierte und unmenschliche Methoden"

Washington - Die Regierung von US-Präsident Barack Obama hat einen bisher geheimen Untersuchungsbericht zu den umstrittenen Terrorverhören des Geheimdienstes CIA veröffentlicht. In geheimen CIA-Gefängnissen im Ausland wurden während der Präsidentschaft von George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sogenannte harte Verhörmethoden angewendet, die von der neuen US-Regierung als Folter betrachtet werden. Hier eine Liste auffälliger Einzelheiten aus dem CIA-Untersuchungsbericht von 2004:

  • CIA-Agenten gebrauchten für Verhöre und die Gefangenhaltung der Terrorverdächtigen "ungenehmigte, improvisierte und unmenschliche Methoden", die noch weiter gingen als jene vom Justizministerium erlaubten sogenannten harten Verhörmethoden.
  • Dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, Khalid Sheikh Mohammed, wurde mit der Tötung seiner Kinder gedroht. Sollte es weitere Anschläge in den USA geben, "werden wir deine Kinder umbringen", sagte ein Vernehmungsbeamter einem Kollegen zufolge.
  • Ein Beamter, der nach eigener Aussage nie in Verhören geschult wurde, quetschte einem Verdächtigen mehrmals die Halsschlagader ab, bis jener in Ohnmacht fiel. Dann rüttelte er den Verdächtigen wieder wach.
  • CIA-Agenten inszenierten mindestens eine Scheinhinrichtung, um einen Verdächtigen zum Reden zu bringen.
  • Beamte im CIA-Hauptquartier drängten Verhörspezialisten dazu, den Verdächtigen Abu Subaydah weiterhin dem sogenannten Waterboarding zu unterziehen, obwohl jener nach Ansicht seiner Verhörer mit den Ermittlern zusammenarbeitete.
  • Die Methode des "Waterboarding", bei der ein Gefangener das Gefühl bekommt zu ertrinken, wurde dem Bericht zufolge von Verhörspezialisten noch heftiger angewendet als von den Richtlinien erlaubt. Einem Verdächtigen seien immer weiter große Mengen Wasser über ein Tuch gekippt worden, das seine Nase und seinen Mund bedeckte.
  • Dem verdächtigen Abd al Nashiri, der an dem Anschlag auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" im Jahr 2000 beteiligt gewesen sein soll, wurde gedroht, seine Mutter könnte von den Beamten vor seinen Augen sexuell missbraucht werden. Ein verhörender Beamter gab vor, einem Geheimdienst aus dem Nahen Osten anzugehören, der solche Taktiken einsetzen soll. "Wir könnten deine Mutter hier reinholen", sagte der Beamte. "Wir können deine Familie hier reinholen."
  • Verdächtige wurden geohrfeigt, Männer wurden gefesselt und nackt in Gefrierräume gestellt, bis sie sich kooperativ zeigten. Ein Gefangener wurde mit vorgehaltener Waffe bedroht. Auch mit einer Bohrmaschine wurde Gefangenen Angst gemacht. (APA/AP)
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