Hu besucht Unruhe-Region Xinjiang

25. August 2009, 16:10
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Staats- und Parteichef feiert "friedliche Befreiung" von 1949 - Kampfansage an "ethnischen Separatismus"

Urumqi/Peking - Sieben Wochen nach den blutig niedergeschlagenen Unruhen in der nominell autonomen Uiguren-Region Xinjiang hat Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao die Volksgruppen im Nordwesten zur Einigkeit aufgerufen. Aus Anlass der "friedlichen Befreiung" von Xinjiang durch die kommunistische "Volksbefreiungsarmee" vor 60 Jahren sagte Hu am Dienstag in einer Rede vor KP-Funktionären in Urumqi (Ürümqi), die Stabilität und nationale Einheit müssten gewahrt und der "ethnische Separatismus" bekämpft werden. Die nationale Solidarität sei die "Lebensader aller Volksgruppen in Xinjiang", sagte der Staats- und Parteichef nach Angaben der amtlichen chinesischen Medien bei seiner Inspektionsreise in der Unruheregion. Militante uigurische Gruppen kämpfen im Untergrund für einen unabhängigen Staat "Ostturkestan", wie er in den 1940er-Jahren kurzzeitig existiert hatte.    

Bei den Zusammenstößen zwischen muslimischen Uiguren und Han-Chinesen und folgenden Racheakten waren Anfang Juli in Xinjiang nach offiziellen Angaben 197 Menschen ums Leben gekommen und 1600 verletzt worden. Wann die ersten Teilnehmer vor Gericht gestellt werden, ist unklar. Nach Angaben der englischsprachigen Zeitung "China Daily" sollen mehr als 200 Festgenommene angeklagt werden. Nach Polizeiangaben sollen bei den mehrtägigen Unruhen insgesamt 718 Menschen festgenommen worden sein. Nach Informationen des Weltkongresses der Uiguren (WUC) sind fast 200 Uiguren nach den blutigen Unruhen in der Haft gefoltert und getötet worden.

Die rund acht Millionen Uiguren sind sprachlich und kulturell eng mit den Türken verwandt. Auch Kasachen, Mongolen, Tadschiken und Kirgisen gehören zu dem Völkergemisch in dem zunehmend von ausländischen Touristen besuchten Wüstengebiet an der historischen Seidenstraße. Bis zur Oktoberrevolution war Xinjiang Einflusszone des russischen Zarenreiches, ab Ende der 1920er-Jahre bis 1949 übte die Sowjetunion starken Einfluss aus. Peking hat die Ansiedlung von Han-Chinesen in großem Maßstab vorangetrieben. Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten erstarken panislamische und irredentistische Strömungen, wie die kommunistischen Behörden offen zugeben.  (APA/dpa)

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