IAEA-Diplomaten: Urananreicherung stagniert

25. August 2009, 15:53
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Seit Mai Zahl der Zentrifugen nicht erhöht - Internationale Verhandlungsgruppe für neue Sanktionen

Wien - Der Iran hat Diplomaten zufolge seine Einrichtungen zur Urananreicherung zuletzt nicht weiter ausgebaut. Die Zahl der Zentrifugen sei seit Mai nicht gestiegen, sagten Diplomaten der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. In den vergangenen drei Jahren hatte der Iran die technische Ausrüstung für sein umstrittenes Atomprogramm stetig verbessert.

Warum die Islamische Republik ihr Vorhaben nun langsamer vorantreibt, ist nicht klar. Diese Entwicklung fällt zeitlich mit den Unruhen nach der Präsidentenwahl und einem Wechsel an der Spitze der iranischen Atomenergiebehörde zusammen. Zudem erwägt die internationale Verhandlungsgruppe im Atomstreit schärfere Sanktionen gegen den Iran.

Neue Sanktionen

Es wird erwartet, dass die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland bei einem Treffen am 2. September China und Russland dazu drängen werden, eine vierte Runde Sanktionen gegen den Iran zu befürworten. Diese könnten sich gegen die für den Iran lebenswichtige Ölindustrie richten. Die Entscheidung über Sanktionen dürfte auf der Basis des nächsten Berichts der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA (IAEO) fallen, der noch vor Ende der Woche vorliegen soll.

Das Entgegenkommen, das die Islamische Republik zuletzt mit Erleichterungen bei UN-Kontrollen an seinen Atomanlagen gezeigt hatte, konnte von Diplomaten nicht eindeutig zugeordnet werden. Manche vermuten, dass dies eine einmalige Geste sei, um von der IAEA einen für den Iran günstigen Bericht zu erlangen. Das Land könnte aber auch an einer besseren Zusammenarbeit interessiert sein und deshalb offener über sein Atomprogramm informieren.

In ihrem letzten Bericht Ende Mai stellte die IAEA fest, dass der Iran in der Anlage von Natanz rund 5000 Zentrifugen zur Urananreicherung im Einsatz habe. Das Land dürfte Experten zufolge damit genug niedrig angereichertes Uran auf Lager haben. Dieses könnte in hoch angereichertes Uran umgewandelt werden, um es für den Bau einer Atombombe zu verwenden. Der Iran bestreitet den Vorwurf, heimlich nach Atomwaffen zu streben und verweist auf die Notwendigkeit der Energieerzeugung.

Der iranische Botschafter bei der IAEA, Ali-Asghar Soltaniyeh, erklärte am Montag, er erwarte von der Internationalen Atombehörde eine "rechtlich verbindliche" Resolution für ein weltweites Verbot von Militärschlägen gegen Atomanlagen. Am 13. August hatte Teheran bei der UNO beantragt, einen entsprechenden Tagesordnungspunkt in das Programm der Vollversammlung im September aufzunehmen.

Gegenüber dem staatlichen Sender Press TV sagte Soltaniyeh, er erwarte "fruchtbare und konstruktive" Gespräche über die iranische Initiative während der IAEA-Generalversammlung im September. Nach iranischen Angaben haben mehr als 100 blockfreie Staaten ihre Unterstützung für den Vorschlag Teherans in einem Schreiben an IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei zum Ausdruck gebracht. (APA/Reuters)

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