Präsident und Obmann zurückgetreten

25. August 2009, 17:40
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Umstrittenes Veteranen-Treffen auch ohne Heer

Klagenfurt - Das umstrittene Kriegsveteranentreffen am Kärntner Ulrichsberg wird heuer nicht nur ohne Bundesheer auskommen müssen. Auch der bisherige Obman der Ulrichsberggemeinschaft, ÖVP-Politiker Peter Steinkellner und sein Vize, Ex-SPÖ-Landesrat Rudolf Gallob, treten zurück. Begründung: Verteidigungsminister Norbert Darabos habe dem Heer per Weisung die Teilnahme untersagt. Zuvor hatten auch Landeshauptmann Gerhard Dörfler und der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider (beide BZÖ) ihre Teilnahme wegen offenkundiger Rechtslastigkeit abgesagt.

Auslöser des endgültigen Heeresrückzugs für Darabos war eine Anzeige des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes gegen den Geschäftsführerer der Ulrichsberggemeinschaft, Wolf Dieter Ressenig, wegen NS-Wiederbetätigung. Ressenig soll über eine Internet-Plattform NS-Devotionalien, ein "Mutterkreuz" , diverse NS-Orden und Eiserne Kreuze angeboten haben.

"Die Keule des Heeresrückzugs"

Der Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, Peter Steinkellner, zeigt sich bestürzt:"Schon seit Darabos Minister ist, schwang die Keule des Heeresrückzugs über uns." Dabei habe man sich bemüht, die Ulrichsberg-Feier "frei von Rechts- und Linksextremisten zu halten". Ressenig habe sich sicher "nichts dabei gedacht", doch das "entschuldigt ihn nicht", meint Steinkellner. Ressenig betont, er habe für einen alten Kameraden nur soldatische Artikel angeboten. Ressenig wird das heurige Ulrichsbergtreffen noch mit dem Kameradschaftsbund-Obmann Engelbert Tauschnig organisieren und sich dann ebenfalls zurückziehen.

Der Kärntner BZÖ-Chef Uwe Scheuch will dennoch die heurige Ulrichsberg-Feier besuchen. Unstimmigkeiten mit Landeshauptmann Dörfler gebe es nicht, betont Scheuchs Pressesprecher Carl Ferrari-Brunnenfeld. Die Vorwürfe der NS-Wiederbetätigung müssten aber geprüft werden.

Seit 1959 treffen sich am Kärntner Ulrichsberg "Heimkehrer" des Zweiten Weltkrieges. In erster Linie handelt es sich dabei um Veteranen der Waffen-SS-Kameradschaft IV und "internationaler" SS-(Kollaborations-)Verbände aus verschiedenen Ländern, die sich Hitlers Armee angeschlossen hatten. Ihnen sind auch etliche Gedenktafeln im "Ehrenhain" am Gipfel gewidmet. Auch Politiker jeglicher Couleur (außer den Grünen) und die Kirche waren immer vertreten. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe, 26.8.2009)

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