Russische Seelen, bulgarische Fluchten

25. August 2009, 15:28
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Ein Ausflugstipp: Das Festival "Der Neue Heimatfilm" in Freistadt mit mehr als 40 Spiel- und Dokumentarfilmen sowie Live-Konzerten

Die Welt ist groß und Rettung lauert überall. Besser kann ein Auftaktfilm für das Festival Der Neue Heimatfilm gar nicht heißen. Und so steht Stefan Komandarevs skurrile Komödie nach dem Roman des aus Bulgarien gebürtigen Ilija Trojanow auch am Beginn des am Mittwoch startenden Filmprogramms (bis Sonntag). Traditionell stark präsent ist das italienische Filmschaffen, heuer etwa mit Alina Marazzis Feminismus-Doku Vogliamo anche le rose. Abseits davon kommt man heuer aber ganz ohne Länderschwerpunkt aus und vaziert dennoch in bewährter Weise durch die Filmlandschaften Europas, Amerikas, Russlands und anderer mehr.

Dabei erfreut zum wiederholten Male die Sorgfalt der Selektion, inklusive österreichischer Erstaufführungen: Der in Cottbus mehrfach prämierte Spielfilm Dikoe Pole vermisst die russische Steppen- und Seelenlandschaft, Courtney Hunts Thriller Frozen River wurde u.a. von Quentin Tarantino hoch gelobt, und Claudia Lehmann präsentiert ihren ersten Langfilm Hans Im Glück. Nicht nur ihre Dokumentation des Berliner Bassisten Hans Narva schlägt die Brücken zur Musik. Bernhard Fleischmann vertont den Bady-Minck-Streifen Im Anfang war der Blick neu, und einige der in BerlinSong porträtierten Musiker sind im Konzertprogramm des Festivals auch live zu hören. (wo, DER STANDARD/Printausgabe, 26.08.2009)

Freistadt, Localbühne, 07942/777 33. 26.-30. 8.

local-buehne.at/festival/2009

 

  • Heimat ist dort, wo man verlassen wird: Melissa Leo im Thriller "Frozen River"  von Courtney Hunt.
    foto: sony

    Heimat ist dort, wo man verlassen wird: Melissa Leo im Thriller "Frozen River" von Courtney Hunt.

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