Augartenspitz-Besetzer wollen mit Bürgermeister Häupl reden

25. August 2009, 14:29

Nach Angebot, beim ungeliebten Sängerknaben-Projekt als Mediator zu fungieren

Wien - Der Augartenspitz in Wien bleibt besetzt - und die dort campierenden Gegner des Sängerknaben-Konzertsaals fordern weiterhin Gespräche, unter anderm mit dem Bürgermeister. Am Mittwoch  haben die Aktivisten ein Schreiben an Michael Häupl abgeschickt, in dem sie um einen Termin bitten.

Häupl hatte am Dienstag  erklärt, dass er prinzipiell als Mediator in der Causa zur Verfügung stünde, sollte er gefragt werden. Jedoch hatte er zugleich bekräftigt, dass er weiterhin für den Bau des Konzertsaals sei. Rein rechtlich ist die Stadt mit dem Vorhaben   nur als Baubehörde befasst. Das Grundstück selbst gehört - so wie der gesamte Augarten - dem Bund.

Die Aktivisten wollen trotzdem mit dem Stadtoberhaupt reden. Und sie wollen im Augarten bleiben, solange dieses Gespräch nicht "auf Schiene ist", wurde am Mittwoch in einer Pressekonferenz betont. Denn man müsse den Ort vor Maßnahmen, die "irreversibel" seien, freihalten. Sprich: Die Gegner wollen den Beginn von Arbeiten auf dem Gelände verhindern.

Derzeit ist das Areal rund um die Uhr besetzt. Die Aktivisten nächtigen in Zelten und haben aufgrund der sommerlichen Temperaturen auch ein kleines Schwimmbecken aufgestellt. Die Zahl der Besetzer variiert, wie heute betont wurde, denn nicht alle hätten immer Zeit. "Es sind nicht nur die vielzitierten Arbeitslosen hier", versicherte Monika Roesler vom Verein "Freunde des Augartens".

Kritik übte sie an Aussagen von Sängerknaben-Präsident Walter Nettig, der beklagt hatte, dass die Aktivisten die "Grundregeln der Demokratie" nicht einhalten würden. Undemokratisch sei vielmehr vieles im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben gelaufen, so Roesler. So sei etwa der Prozess, der ein "Leitbild" für den Augarten zum Ziel hatte, nicht ergebnisoffen geführt worden.

Unterstützung kam am Mittwoch von anwesenden Prominenten. Der Schriftsteller Robert Menasse warnte bei der Gelegenheit den Bürgermeister. Dieser werde "unsere Solidarität im Kampf gegen Herrn Strache" brauchen, zeigte sich Menasse überzeugt. Man könne sich aber überlegen, ob es diese Unterstützung tatsächlich geben werde. Die Klubchefin der Grünen im Rathaus, Maria Vassilakou, forderte die Stadt auf, für den Konzertsaal andere Standorte - etwa das Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnhof - ins Auge zu fassen.

Die Aktivisten kämpfen seit Jahren gegen eine Verbauung des Augartenspitzes, der sich direkt neben der neuen U2-Station Taborstraße befindet. Sie fordern, dass das Areal, zur Zeit eine kleine Wiesenfläche, umgeben von dichtem Baum- und Buschbewuchs, künftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und nicht verbaut wird. (APA)

die waldohreule hat ein recht auf ihr spitzerl!
21
27.8.2009, 13:50
das augartenspitzerl soll grün bleiben!

so wie die stricherln für mein posting ;-)

cooper the Bloom
 
03
27.8.2009, 00:18
Merken die Sängerknaben nicht, daß sie sich von einer

Beton Lobby benutzen lassen, die ihre eigenen Interessen gegen die Interessen der vernünftigen Bürger stellt? Wieso soll man einen Park verbauen?
Wieso soll man einen Konzertsaal errichten an einer dafür absolut ungeeigneten Stelle? Was kann dieser Konzertsaal, was die anderen Konzertsäle dieser Stadt nicht können? Haben die Sängerknaben überhaupt genug Kapazität, um diesen Saal hinreichend zu nutzen? Wieso baut man nicht besser ein Haus für Zeitgenössisches Musiktheater für das Klangforum - aber bitte an einem anderen Ort? (Donauplatte, Aspern, etc.!!!) DAS wäre ein Zeichen der Stadt Wien! Geld für moderne Kunst, gegen die Baulobby und blindwütiges Privatmäzenatentum! Sängerknaben, ruiniert nicht Euren Ruf!!! www.vordemgesetz.at

Thomas1234
00
11.3.2010, 11:00
"Wieso soll man einen Konzertsaal errichten an einer dafür absolut ungeeigneten Stelle?"

Die Stelle ist optimal geeignet für die Sängerknaben.
Die Kinder sind 1/3 der Schulzeit auf Tournee, in der restlichen Zeit muss - neben Auftritten in Wien und täglichen Proben - der Stoff des Realgymnasiums untergebracht werden. Da ist einfach keine Zeit, um ständig zur Donauplatte zu pilgern. Die Belastung der Kinder ist ohnehin schon enorm. Da ist der optimale Platz für den Konzertsaal direkt neben ihrem "Wohnsitz".

die waldohreule hat ein recht auf ihr spitzerl!
00
27.8.2009, 13:47
super formuliert

nur leider könnens jetzt nicht mehr ohne gesichtsverlust raus, die sängerknaben, das ist das problem...

da UE
01
25.8.2009, 22:28
Mediation

Ich glaub Herr Bürgermeister Häupl weiss nicht was ein Mediator ist... der sollte in der Sache nicht vorbelastet sein ... aber vielleicht ist für ihn Mediation ein Synonym für Drüberfahren

Bitte auch lesen Herr H.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mediation

Victor der Adler
00
26.8.2009, 14:40

Wieso drüberfahren?
Steht alles im Artikel:"Rein rechtlich ist die Stadt mit dem Vorhaben nur als Baubehörde befasst."

Heißt auf deutsch, sollten alle Gesetze eingehalten werden, kann die Stadt nichts machen. Wir sind ja nicht in China.

die waldohreule hat ein recht auf ihr spitzerl!
00
27.8.2009, 13:50
die stadt macht verdammt viel:

der häupl hat dem projekt immer zugestimmt. und ohne ihn wär sowieso nix gegangen. er hat außerdem verdammt viel macht, auch bundesweit, das weiß jeder. zu nettig hat er ein starkes verhältnis und könnte das ganze immer noch zu einer wirklich guten lösung führen: nämlich zu einem abblasen des projektes sängerknabenhalle.
wenn er das allerdings macht und noch dazu als nicht neutraler "mediator", fress ich einen besen...
aber man soll die hoffnung nicht aufgeben.

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