Deutsche Börse modernisiert IT-Infrastruktur

25. August 2009, 13:57
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Backbone soll mithilfe von IBM-Technologie effizienter werden

Die Deutsche Börse hat am Dinstag bekannt gegeben, dass ihre Handelsinfrastruktur künftig auch auf einer speziellen High Speed Messaging-Technologie von IBM  basieren wird. Alle wichtigen elektronischen Handelssysteme der Gruppe wie Xetra, Eurex oder ISE werden auf der Grundlage dieser Software, die für eine entsprechende Verarbeitung und Verteilung der Daten sorgen soll, funktionieren. Die Deutsche Börse treibt als Projektentwickler die Erneuerung seiner Linux-basierten IT-Infrastruktur schon seit 2008 Schritt für Schritt voran. Die einzelnen Börsenplätze sollen auf Basis eines hocheffizienten Backbone für die stetig wachsenden Anforderungen in Form von sich sukzessive erhöhenden Handelsvolumina und -Geschwindigkeiten gerüstet sein. Den derzeitigen Planungen zufolge wird der International Securities Exchange (ISE) sein Optionshandelssystem 2010 als erstes auf die mit IBM-Technologie ergänzte Infrastruktur überführen.

"An der Terminbörse Eurex etwa verzeichnen wir an Spitzentagen bereits weit über 500 Mio. Transaktionen, was eine leistungsstarke und verlässliche IT-Infrastruktur absolut notwendig erscheinen lässt", sagt Heiner Seidel, Pressesprecher der Deutschen Börse AG, auf Anfrage von pressetext. Ziel sei ein hochmoderner und effizienter Backbone bzw. die Erhöhung der IT-Kapazitäten in Zusammenarbeit mit IBM als branchenführendem Unternehmen, ergänzt Michael Kuhn, CIO der Deutschen Börse AG, in einer Pressemitteilung.

Projektpartner IBM hat mit dem WebSphere MQ Low Latency Messaging Tool in der Version 2.2 eine speziell auf die Anforderungen der deutschen Börse abgestimmte Software entwickelt, welche eine optimale Datenverarbeitung gewährleisten soll. Der neue Backbone der Deutschen Börse werde von dieser latenzarmen IBM-Technologie insofern profitieren, als dass künftig mehr als eine Mio. Quotes in der Sekunde bei Bearbeitungszeiten von weniger als einer Millisekunde verarbeitet werden können. Zudem würden Änderungen und Upgrades in Zukunft mit weit weniger administrativen Mühen verbunden sein, heißt es bei IBM. Auch sei mit verringerten Wartungskosten zu rechnen.

Der Siegeszug vollelektronischer Handelssysteme hat weltweit zum weiteren Anwachsen von Handelsvolumina und einer erhöhten Handelsgeschwindigkeit beigetragen. Keine Börse kann im harten Wettbewerb mehr auf eine leistungsfähige IT-Infrastruktur verzichten. Basierend auf der Spezialsoftware von IBM entwickelt die Deutsche Börse daher anwendungsspezifische Module, die den individuellen Anforderungen ihrer einzelnen Handelsplätze Xetra, ISE und Eurex entgegenkommen. Die Bekanntgabe der technischen Kooperation mit IBM erfolgte just, nachdem eine technische Störung gestern, Montag, dazu geführt hatte, dass das Kursberechnungssystem in der ersten Viertelstunde keine Werte für alle wichtigen Indices wie den Dax, MDax und TecDax lieferte. Der Ansturm von kauflustigen Anlegern habe das System lahm gelegt, heißt es in einem Bericht der ARD. Das Modernisierungsvorhaben werde von der Deutschen Börse allerdings schon seit 2008 vorangetrieben und habe laut Angaben der Gruppe mit den gestrigen Problemen nichts zu tun.(pte)

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