Spitzentreffen ohne GM-Chef

25. August 2009, 16:00
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General-Motors-Chef Henderson reist heute nicht an, an seiner Stelle kommt Chefunterhändler John Smith

Berlin - Das Opel-Spitzentreffen zwischen der deutschen Bundesregierung und dem US-Autokonzern General Motors (GM) findet bereits am heutigen Dienstag statt. Als Vertreter habe GM den Chefunterhändler für den Opel-Verkauf, John Smith, nach Berlin gesandt, wo er am Nachmittag mit der Opel-Taskforce der Berliner Regierung zusammentreffen werde, sagte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier am Rande eines Treffens mit ThyssenKrupp-Betriebsräten in Essen.

Damit reagierte GM auf die Forderung der Bundesregierung, einen Vertreter zu senden, um in den festgefahrenen Verkaufsverhandlungen rasch zu einer Lösung zu kommen. Steinmeier sagte, er hoffe, dass bei dem Gespräch noch offene Punkte geklärt werden könnten. Kreisen zufolge geht es dabei vor allem um die Finanzierung der Übernahme.

Verkauf erwartet

Steinmeier rechnet weiterhin mit einem Verkauf von Opel an einen Investor. Scheinbar gebe es bei GM zwar derzeit auch "eine Linie, dass man sich unter Umständen doch vorstellen kann, Opel im Konzern zu behalten", sagte Steinmeier am Rande eines Besuchs bei ThyssenKrupp-Betriebsräten in Essen am Dienstag. Er gehe aber davon aus, dass GM nach wie vor das Ziel verfolge, einen internationalen Investor zu suchen.

Die Linke hat die Opel-Beschäftigten dazu aufgerufen, auch vor dem Kanzleramt gegen die Hängepartie bei der Opel-Rettung zu demonstrieren. "Der Protest sollte sich nicht nur gegen GM, sondern auch gegen die Bundesregierung richten", erklärte der stellvertretende Parteivorsitzende Klaus Ernst am Dienstag in Berlin. Bisher hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Steinmeier vor allem im Interesse der Aktionäre und nicht der Beschäftigten verhandelt. "Das sieht man schon daran, dass bis heute keine Jobgarantie für die in Aussicht gestellten Staatsmilliarden ausgehandelt wurde", erklärte Ernst. (APA/Reuters/AP)

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