Salzburger Spritpreise eingependelt

25. August 2009, 12:27
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Die Eröffnung von Hofers Diskont-Tankstellen entfachte jüngst einen Preiskampf. Mittlerweile ist Salz­burg kein "Schlaraffenland" mehr

Salzburg - Noch vor zwei Monaten waren die Spritpreise in der Stadt Salzburg österreichweit am günstigsten. Die Eröffnung von Diskonttankstellen bei drei Hofer-Lebensmittelmärkten am 28. Juni hatte einen Preiskampf entfacht. Großkonzerne zogen nach, binnen weniger Stunden sank der Preis für ein Liter Diesel auf 0,565 Euro. Mittlerweile stiegen die Preise wieder um knapp 40 Cent. Der günstigste Diesel kostet in Salzburg laut ARBÖ im Schnitt 0,935 Euro. In anderen Bundesländern wie Oberösterreich und Vorarlberg ist er noch billiger.

Der Preiskampf ist in Salzburg nahezu beendet. Nur mehr wenige Tankstellen unterbieten das Preisniveau, das in der Stadt derzeit bei 1 Euro für Diesel und und 1,13 Euro für Super liegt. Der Diskont-Tankstellenbetreiber "Free Energy (FE) Trading GmbH" bei Hofer bot am Dienstag Vormittag den Diesel um 0,949 Euro und Super um 1,049 Euro an, wie ein Lokalaugenschein ergab. Die Jet- und Shell-Tankstelle in der Innsbruckerbundesstraße zogen wie schon Ende Juni gleich. Andere Tankstellen in der Umgebung wie OMV oder BP verlangten für Diesel 1,034 und für Super 1,134 Euro.

Der Vergleich macht sicher

Dass Salzburg nicht mehr das Schlaraffenland für "Tanktouristen" ist, zeigt ein Blick auf die Homepage des ÖAMTC: Eine Jet-Tankstelle in Mattighofen (Bezirk Braunau, OÖ) wies am Montag Nachmittag den Literpreis für Diesel mit 0,924 Euro aus, ebenso die Landes-Tankstelle der Straßenmeisterei in Feldkirch in Vorarlberg. Auch in Deutschlandsberg in der Steiermark war der Diesel mit 0,927 Euro bei OMV und BP noch relativ günstig. Ein Liter Super kostete heute beispielsweise bei Tankstellen in St. Florian in Niederösterreich (1,014 Euro), in Mattighofen, Deutschlandsberg, Straßwalchen (Flachgau) und in der Alpenstraße in der Stadt Salzburg immer noch weniger als bei den Hofer-Diskonttankstellen. Weil der Preis nur ein Mal am Tag erhöht werden darf, ist Tanken gegen Abend am billigsten.

Ob die FE-Trading heuer noch weitere Tankstellen in Österreich eröffnen will, darüber wollte sich Geschäftsführer Markus Friesacher nicht äußern. "Wir haben mit Hofer Stillschweigen vereinbart." Im Juni hieß es noch, man plane österreichweit rund 100 Tankstellen. Auch seine Ansage, zwei Cent unter den anderen zu liegen, "schaffe ich", gab er sich zuversichtlich. Mit der Kundenfrequenz ist Friesacher nach wie vor zufrieden. Das Tanken ausschließlich mit der Kreditkarte sei so einfach gestaltet, dass Jung und Alt gut zurecht kämen. So einen Ansturm wie zur Eröffnung gebe es aber nicht mehr, sagte Günther Frühwirth vom ARBÖ Salzburg.

Marktbelebung durch freie Tankstellen

Laut Frühwirth würden die freien Tankstellen nach wie vor den Markt in Salzburg beleben. "Der Preiskampf findet sicherlich nicht mehr in dem Ausmaß wie Ende Juni statt." Die Diskonttankstellen bei Hofer und Jet-Tankstellen in der Münchner- und Innsbrucker Bundesstraße seien am günstigsten. Der Durchschnittpreis liege bei 0,935 Euro pro Liter Diesel, Super bei 1 Euro. Die Spritpreise von anderen Tankstellen würden um ein paar Cent darüber liegen.

Die Bundeswettbewerbsbehörde, die untersucht, ob Tankstellen mit der Preisschlacht in Salzburg gegen den unlauteren Wettbewerb verstoßen haben, hat ihre Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. (APA)

 

 

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    Die Eröffnung von Diskonttankstellen bei drei Hofer-Lebensmittelmärkten am 28. Juni hatte einen Preiskampf entfacht. Großkonzerne zogen nach, binnen weniger Stunden sank der Preis für ein Liter Diesel auf 0,565 Euro. Mittlerweile stiegen die Preise wieder um knapp 40 Cent.

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