BayernLB schreibt Gewinne

25. August 2009, 10:27
posten

Institut schließt Verlust für Gesamtjahr 2009 nicht aus

München/Wien - Die krisengeschüttelte BayernLB, in Österreich Mutter der Hypo Group Alpe Adria, schließt auch nach einem Gewinn im ersten Halbjahr rote Zahlen für 2009 nicht aus. "Im zweiten Halbjahr liegt eine schwierige Wegstrecke vor uns", erklärte BayernLB-Chef Michael Kemmer am Dienstag in München. Der Vorstand bleibe daher für das Gesamtjahr vorsichtig. Wegen der anhaltend unsicheren Konjunktur- und Marktlage sei eine seriöse Prognose bis zum Jahresende nicht möglich. "Unverändert kann ein negatives Ergebnis nicht ausgeschlossen werden."

Sorgen bereitet Kemmer der kräftig gestiegene Vorsorgebedarf für Kreditausfälle vor allem in Ost- und Südosteuropa, der die BayernLB-Töchter in Österreich und Ungarn trifft. Auch andere Banken hatten die gestiegenen Kreditrisiken zuletzt zu spüren bekommen. Die BayernLB war im Zuge der Finanzkrise in Schieflage geraten und musste vom Freistaat Bayern mit zehn Mrd. Euro gestützt werden.

Kärntner Hypo mit Mega-Verlust

Die Hypo Group Alpe Adria mit Sitz in Klagenfurt hat im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von 162 Mio. Euro geschrieben. Zwar habe die Bank ein positives operatives Ergebnis vorzuweisen, dieses habe jedoch die negativen Effekte der Finanzmarktkrise - insbesondere durch gestiegene Kreditrisikovorsorgen (plus 119 Prozent) - nicht auffangen können, hieß es am Dienstag. Die Hypo Group arbeitet mit Staatshilfe, kann aber - ebenso wie die Volksbanken AG (ÖVAG) - die Zinsen für das vom Staat eingeschossene Partizipationskapital (PS-Kapital) nicht berappen. Die Hypo Group hatte im Dezember 2008 als erste Bank in Österreich staatliches PS-Kapital (900 Mio. Euro) erhalten.

Die BayernLB verbuchte heuer im ersten Halbjahr - nach einem Verlust von fünf Mrd. Euro im vergangenen Jahr - wieder einen Gewinn von 359 Mio. (Vorjahreszeitraum: minus 722 Mio.) Euro. Das operative Ergebnis kletterte von minus 595 Mio. Euro im Vorjahr auf plus 597 Mio. Euro. Den Löwenanteil davon in Höhe von 557 Mio. Euro fuhr die Bank allerdings bereits im ersten Quartal ein. Zwischen April und Juni drückte dann die massiv gestiegene Risikovorsorge auf das Ergebnis. Im Jahresvergleich schnellte sie im ersten Halbjahr um 525 Mio. auf 704 Mio. Euro in die Höhe. Auch für die kommenden Monate stellt sich Kemmer wegen der angespannten Wirtschaftslage auf eine weiter steigende Risikovorsorge vor allem in Ost- und Südosteuropa ein, wo die BayernLB mit ihren Töchtern Hypo Group Alpe Adria und MKB-Bank aktiv ist. Wegen reduzierter Wachstumsprognosen müsse zudem mit möglichen Wertanpassungen im Beteiligungsbestand gerechnet werden. "Die BayernLB ist jedoch solide kapitalisiert und damit aus heutiger Sicht hinreichend gegen eventuelle weitere negative Veränderungen des Marktumfeldes abgepuffert", erklärte Kemmer. Auch seien die für dieses Jahr erwarteten Kosten für den Konzernumbau mit 246 Mio. bereits zu 90 Prozent abgearbeitet. 

BayernLB-Chef zufrieden

Mit dem operativen Geschäft der Bank im ersten Halbjahr zeigte sich der BayernLB-Chef zufrieden. So profitierte die Bank von Verbesserungen im Kundengeschäft und einem höheren Handelsergebnis. Auch die milliardenschwere Abschirm-Lösung für das Portfolio mit vom Ausfall bedrohten Wertpapieren habe zu der positiven Entwicklung beigetragen. "Wir werden in den kommenden Monaten mit aller Kraft weiter unser fokussiertes Geschäftsmodell umsetzen, um die profitable Neuausrichtung der BayernLB voranzutreiben", erklärte Kemmer. Um die Bank wieder auf Kurs zu bringen, hatte er der BayernLB eine Schrumpfkur verordnet, die mit dem Abbau Tausender Jobs einhergeht.

Die Grünen in Bayern beklagen indes die anhaltenden Belastungen durch die Bank für den Staatshaushalt: "Der bescheidene Silberstreif am Horizont ändert nichts an den immensen Lasten, die die bayerischen Steuerzahler für die angeschlagene Landesbank tragen müssen", sagte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag, Thomas Mütze. Allein in diesem Jahr müsse der Freistaat 200 Mio. Euro an Zinsleistungen erbringen, um den Milliarden-Kredit für die Landesbank zu finanzieren.

Auch die SPD sieht in dem Halbjahresergebnis lediglich eine "Momentaufnahme". Sie lasse noch keine Bewertung des Gesamtjahres zu, erklärten die stellvertretende Vorsitzende der BayernLB-Kontrollkommission, Inge Aures, und der SPD-Haushaltspolitiker Volkmar Halbleib. Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass die Entwicklung erst durch die Kapitalspritze der bayerischen Steuerzahler ermöglicht worden sei. (APA)

Share if you care.