Mehr Sport für den Taferlklassler

25. August 2009, 10:03
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Mehr Bewegung für Kinder in der Freizeit - Der Turnunterricht ist zu wenig

„Schulkinder machen oft viel zu wenig Bewegung", bemängelt Ingrid Heiller, Leiterin des Physikalischen Instituts am Orthopädischen Spital Speising in Wien. „Gerade Taferlklassler sind betroffen, weil sie nach den vielen unbeschwerten Jahren plötzlich viel sitzen müssen". Heiller skizziert drei negative Folgen des Viel-Sitzens junger Schüler: Das Herz-Kreislauf-System wird zu wenig gefördert, der Gleichgewichtssinn leidet, und die Rumpfmuskulatur, die die Wirbelsäule stützt, wird vernachlässigt.

Gleichgewicht trainieren

Daher müssten die Eltern, so die Expertin weiter, konsequent darauf achten, dass ihre Kinder als Ausgleich in der Freizeit viel Bewegung machen. Heiller empfiehlt zum einen gezieltes Ausdauertraining: „Die Kinder sollten zwei mal in der Woche für 15 bis 30 Minuten bewusst laufen, Rad fahren oder schwimmen. Das bringt das Herz-Kreislaufsystem wieder in Schwung." Weiters sei das Turnen - auch außerhalb der Turnstunden der Schule, also etwa in Rahmen von Vereinen - wichtig, damit die Kinder ihren Gleichgewichtssinn trainieren und die Muskulatur stärken. Eine starke Rumpfmuskulatur sei notwendig, um Haltungsschäden nicht erst entstehen zu lassen.

Zwei kritische Phasen

„Mit sechs bis neun Jahren durchlaufen die Kinder eine kritische Phase", betont die Expertin: „Es können Haltungsschwächen entstehen, aber auch wieder rückgängig gemacht werden". Die zweite kritische Phase sei im Alter von 12 bis 16 Jahren angesiedelt: Auch hier gilt es, sehr bewusst auf viel Bewegung zu achten. In dieser Altersstufe können ursprüngliche Schwächen zu echten Schäden auswachsen, wie etwa zu einem „Rundrücken".
Die Bewegung ist also analog dem Motto „Motion is lotion" - „Bewegung ist Balsam für den Körper" - eine gute Prophylaxe für spätere Erkrankungen. Schon, oder gerade, im frühen Schulalter. (red)

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