Steve Jobs: Die Zukunft liegt im Tablet-Mac

25. August 2009, 14:47
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Der Apple-Chef kümmert sich persönlich um jedes Detail für das neue Gerät

Seit Monaten wird heftig über einen Tablet-Mac diskutiert. Schon vor Monaten kursierten im Internet Berichte und angebliche Bilder eines entsprechenden Rechners. Nun vermeldet auch das Wall Street Journal (WSJ), dass Apple mit Hochdruck an einem entsprechenden Projekt werke. Warum es nun schon so lange dauert, habe auch einen Grund - die Abwesenheit von Steve Jobs.

Chefsache

Apple-Chef Steve Jobs hat die Entwicklung eines langerwarteten Tablet-PC laut einem Zeitungsbericht zur Chefsache erklärt. Seit seiner Rückkehr kümmere sich Jobs bei der Entwicklung des neuen Geräts mit berührungsempfindlichem Bildschirm persönlich um jedes einzelne Detail, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Der Tablet wird für Apple von enormer Bedeutung, so das WSJ.

Die ganze Energie in den Tablet

"Seit seiner (Steve Jobs, Anm.d.Red.) Rückkehr im späten Juni steckt der 54-Jährige beinahe seine gesamte Aufmerksamkeit und Energie in das neue Touchscreen-Gadget von Apple", so das Wall Street Journal, das sich dabei auf Angaben von internen Apple-Quellen stützt. Das Tablet-Projekt unterstehe zur Gänze Jobs, der sich auch um die Werbe- und Marketing-Kampagne des Tablets kümmern würde, so die Meldung. Genauere Details zu technischen Daten, Aussehen oder einen Veröffentlichungstermin, wollten die Quellen allerdings nicht nennen.

Ein straffes Regime

Der klare Fokus von Jobs auf die Entwicklung des Mac-Tablet soll manche Apple-MitarbeiterInnen, die während seiner Absenz mehr kreative Freiheit und weniger Einschränkungen durch starre strategische Vorgaben erlebten, nicht gerade it großem Enthusiasmus erfüllen. "Die Leute müssen sich erst wieder an die Situation gewöhnen", wird eine namentlich nicht genannte Quelle zitiert.

Die große Bedeutung des Tablet

Das große Engagement von Jobs in dieser Thematik macht deutlich welche Bedeutung der Tablet-Rechner für Apple hat. Das letzte Mal als der Apple-CEO bei einem Produkt in den gesamten Workflow so stark involviert und integriert war, waren die Monate vor dem Start des iPhone im Jahr 2007. Seit dieser Zeit hat der US-Computerkonzern zwar einige neue Produktupdates sowohl beim iPhone, wie auch bei seinen Macs durchgeführt, aber keine neue Produktlinie mehr entwickelt.

Langsameres Wachstum

Im Gegensatz zu den starken Quartalszahlen der letzten Jahre, hat Apple nun auch einen Rückgang seiner iPod-Verkäufe vermelden müssen. Ein neues Produkt soll den Markt beleben und neue Zielgruppen erschließen.

Diskussionen um Gesundheitszustand

Apple stand in dieser Zeit auch weniger wegen neuer Produkte, als aufgrund des Gesundheitszustandes von Steve Jobs im Mittelpunkt. Vor allem der Umgang des Unternehmens mit dieser Tatsache wurde in den USA diskutiert. Vor fünf Jahren musste sich Jobs einer anstrengenden Behandlung seines Pankreaskrebs unterziehen. Im Jänner 2009 wurde eine Lebertransplantation durchgeführt. Jobs stark abgemagert und gezeichnet, hatte sich davor aus dem Unternehmen zurückgezogen. Seit seiner Rückkehr gab es von Seiten Apples keinerlei Information zum Gesundheitszustand des CEOs, was einige US-Medien stets heftig bemängeln. Auch hier werden Insider-Meldungen verbreitet, wonach die Transplantationsnachwirkungen noch bemerkbar wären, der Gesundheitszustand aber immer besser würde.

Tablet-PCs bislang ohne großen Erfolg

Schon vor gut zehn Jahren wurden Tablet-PCs von großen Herstellern einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Microsoft brachte sogar eine eigene Betriebssystem-Version für diese Geräte auf den Markt. Die Bedienung über das Display mit Stift oder Finger sollte eine natürliche Interaktion ermöglichen. Toshiba, HP, Fujitsu und Lenovo brachten entsprechende Modelle in den Handel. Der Erfolg blieb jedoch eher bescheiden, was auch an den hohen Kosten der Endgeräte liegen dürfte. Laut Angaben von IDC würden Tablet-PCs derzeit etwa einen Anteil von 1,4 Prozent am weltweiten PC-Markt ausmachen. Für einige AnalystInnen wird das Engagement von Apple als wesentliches Kriterium für einen durchschlagenden Erfolg der Tablet-Rechner gesehen, da der Konzern schon bei MP3-Playern und Smartphones mit Touchscreens eine Vorreiterrolle eingenommen hat. Ob Apple diese hohen Vorgaben aber auch erfüllen kann, wird sich wohl erst beim Launch der Tablet-Macs zeigen.

Gut für den Umsatz

Ein solcher Tablet-PC könnte den Umsatz von Apple um 1,2 Milliarden Dollar (838 Millionen Euro) im kommenden Jahr aufstocken, schätzte zuletzt Gene Munster, Analyst bei Piper Jaffrey. Seit Monaten erwartet die Branche, dass das Touchscreen-Gerät Ende dieses Jahres oder spätestens Anfang 2010 auf den Markt kommen dürfte. Ein Tablet-PC könnte auch eine Antwort von Apple auf die derzeit sehr populären Netbooks sein. Wie gut sich das Gerät verkaufen wird, dürfte nicht unwesentlich vom Preis abhängen.

Jahrelange Entwicklung

Bei Apple würde bereits seit Jahren an der Entwicklung eines Tablet-ähnlichen Geräts gearbeitet, vermeldet das WSJ. Erste Patente in diese Richtung sollen bereits im Jahr 2000 beantragt worden sein. Steve Jobs soll entsprechende Projekte allerdings in den letzten Jahren allerdings bereits mehrmals wieder gekippt haben. Das erste Mal weil die Akkulaufzeit zu kurz war und das zweite Mal aufgrund zu geringer Speicherbausteine. Da Apple seine kommenden Produkte vor der Veröffentlichung nicht näher erläutert, können ExpertInnen daher nur mutmaßen und rechnen mit einem Multimedia-Endgeräte, das es den AnwenderInnen ermöglichen soll im Internet zu surfen, Filme und Fernsehen zu schauen und Spiele zu spielen. Noch ist nicht klar, ob die Endgeräte eine spezielle Version von Mac OS oder aber von iPhone OS nutzen werden. Als sicher ist hingegen anzunehmen, dass iTunes, iTV und der App Store eingebunden werden sollen. Auch der Preis sorgt noch für einige Spekulationsmöglichkeiten - eine Preisspanne von 399 bis 999 Dollar scheint es zu werden, nähere Details gibt es keine. Noch im letzten Oktober erklärte Steve Jobs in einem Interview: "Wir wissen nicht, wie man einen 500-Dollar-Rechner bauen soll, der nicht Mist ist." Man darf also gespannt sein.(grex/APA)

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    Lange war der Gesundheitszustand von Apple-CEO Steve Jobs ein Thema nun meldet sich der Manager zurück und gibt eine klare Strategie vor: Der Tablet-Mac muss kommen.

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