Friedhofsdirektor bestreitet anonyme Bestattung von Demonstranten

24. August 2009, 21:11
1 Posting

Nächster Prozess gegen Regierungsgegner am Dienstag

Teheran - Der Direktor eines großen Friedhofs in Teheran hat Vorwürfe der Opposition zurückgewiesen, dort seien getötete regierungskritische Demonstranten heimlich begraben worden. In letzter Zeit seien auf seinem Friedhof keine nicht identifizierten Leichen bestattet worden, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Montag den Leiter des Behesht-Sahra-Friedhofs im Süden Teherans, Mahmud Rezaiyan. Die Berichte über anonyme Massengräber seien falsch.

Die reformorientierte Website Norooznews hatte am Samstag berichtet, zwischen dem 12. und dem 15. Juli seien mehr als 40 Menschen anonym beigesetzt worden. Die Leichen seien tiefgefroren aus einem Industrie-Kühlhaus im Südwesten Teherans zum Behesht-Sahra-Friedhof gebracht worden. Mit der heimlichen Bestattung sollte laut Norooznews verhindert werden, dass die Lagerung tiefgekühlter Leichen von verstorbenen Demonstranten bekanntwerde.

Nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Iran am 12. Juni waren bei Protesten nach offiziellen Angaben etwa 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Opposition spricht von 69 Todesopfern. Von den insgesamt rund 4.000 Festgenommenen sind noch mehrere hundert inhaftiert. Nach den Massenprozessen der vergangenen Wochen sollen sollen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Isna am Dienstag weitere sieben Demonstranten vor Gericht gestellt werden. Iranische Oppositionelle haben die Verfahren als Schauprozesse gebrandmarkt, auch in der internationalen Gemeinschaft stießen sie auf massive Kritik. (APA)

Share if you care.