Teheran kündigt weitere Zusammenarbeit mit Atombehörde an

24. August 2009, 21:02
17 Postings

Sprecher: Alle Arbeiten in Atombranche bisher im Rahmen der IAEO-Regularien

Teheran/Paris - Im Streit über sein Atomprogramm hat der Iran eine weitere Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO/IAEA) angekündigt. Alle Arbeiten in der Atombranche des Landes hätten sich bisher im Rahmen der Regularien der IAEO und des Atomwaffensperrvertrages bewegt, antwortete der Sprecher des Außenministeriums, Hassan Ghashghavi, am Montag auf die Frage, ob sich die Beziehungen der Islamischen Republik zu der Behörde gewandelt oder verbessert hätten.

Der scheidende IAEO-Generaldirektor Mohamed ElBaradei habe die Kooperation der Regierung in Teheran immer bestätigt. "Dieser Trend wird in Zukunft fortgesetzt." Die IAEO will diese Woche ihren jüngsten Bericht zum Iran vorlegen.

 

Der Iran forderte die internationale Gemeinschaft auf, im Atomstreit ihre Position zu überdenken. "Die Vergangenheit hat die Belanglosigkeit von Sanktionen bereits gezeigt. Sie halten uns nicht davon ab, die uns zustehenden Rechte zu verteidigen", sagte der Außenamtssprecher. Jetzt sei der "richtige Zeitpunkt" für die Sechsergruppe aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China, ihre Iran-Politik auf den Prüfstand zu stellen. Statt sich dem Iran entgegenzustellen, sollten sie den Dialog suchen.

In einer Reaktion auf Ghashghavis Äußerungen kritisierte ein Sprecher des französischen Außenministeriums die iranische Haltung. Der Iran gehe nicht auf die Bemühungen des Westens ein und weigere sich weiterhin, den Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates Folge zu leisten, sagte der Sprecher. In den vergangenen Jahren habe die Sechser-Gruppe ihre Bemühungen um einen Dialog mit Teheran verstärkt. Da der Iran seine "sensiblen Aktivitäten" dennoch fortsetze, bleibe der internationalen Gemeinschaft "leider" nichts anderes übrig, als den Druck auf das Land zu erhöhen, um "zu einer Verhandlungslösung zu kommen".

Nach Angaben von Diplomaten hatte der Iran vor wenigen Tagen erstmals seit einem Jahr UNO-Inspektoren Zugang zu dem im Bau befindlichen Schwerwasserreaktor in Arak gewährt. Ghashghavi bestätigte dies indirekt: "Das, was zuletzt erwähnt wurde, bewegt sich im selben Rahmen." Den Diplomaten zufolge will der Iran auch weitere Inspektionen der Uran-Anreicherungsanlage in Natanz zulassen.

Kurz vor dem Treffen der internationalen Verhandlungsgruppe im Atomstreit am 2. September reicht dem Westen die offenere Haltung der Regierung in Teheran jedoch nicht aus. Um weiteren Sanktionen aus dem Weg zu gehen, müsse der Iran die Uran-Anreicherung stoppen, sein bisheriges Atomprogramm offenlegen und sich an den Verhandlungstisch setzen, sagten mehrere Diplomaten.

Die Sechsergruppe will im September über das weitere Vorgehen im Atomstreit beraten. Sollte Teheran bis dahin nicht auf ein Gesprächsangebot der sechs Verhandlungsländer geantwortet haben, wollen die USA neue Sanktionen gegen die Islamische Republik vorantreiben. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Freitag mit Sanktionen im Energiesektor gedroht. Der Iran betreibt ein Atomprogramm, das nach Angaben aus Teheran ausschließlich der zivilen Nutzung dient. Der Westen, vor allem Israel, fürchtet aber, dass das Land unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung an Atomwaffen arbeitet. (APA/Reuters)

Share if you care.