Überlebenden Flüchtlingen droht hohe Geldstrafe

24. August 2009, 20:30
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Durch ein neues Sicherheitsgesetz droht nach der Bootstragödie eine Geldstrafe von 10.000 Euro

Den fünf Migranten aus Eritrea, die Eigenangaben zufolge die einzigen Überlebenden einer Gruppe von aus Libyen nach Italien aufgebrochene 78 Flüchtlingen sind, drohen Schwierigkeiten mit der italienischen Justiz. Aufgrund eines vor zwei Wochen in Kraft getretenen Sicherheitsgesetzes wurden gegen die fünf Migranten in Italien Ermittlungen wegen illegaler Migration eingeleitet. Wegen dieses Vergehens droht ihnen eine Geldstrafe von 10.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Agrigent hat hinzu Ermittlungen über das Flüchtlingsdrama in die Wege geleitet. Die Untersuchung soll die Angaben der fünf Überlebenden bestätigen, wonach auf ihrer Überfahrt von Libyen nach Europa mindestens 73 Menschen an Entkräftung gestorben seien. "Wir sind die einzigen Überlebenden", hatten die Flüchtlinge nach ihrer Rettung auf der italienischen Insel Lampedusa am Donnerstag erklärt, "die anderen sind gestorben, und wir haben ihre Leichen dann über Bord geworfen."

Der christdemokratische Oppositionspolitiker Rocco Buttiglione kritisierte die Migrationspolitik der Regierung in Rom. "In Eritrea herrscht Krieg. Die Flüchtlinge aus diesem Land haben Recht auf internationalen Schutz. Sie nicht aufzunehmen, ist ein Verbrechen gegen die Menschheit", so Buttiglione. (APA)

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