Lesbos: UNO fordert Schließung von Migrantenlager

24. August 2009, 20:26
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Lager sei restlos überfüllt und entspreche nicht den Rechtsstandards

Athen - Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hat die Schließung eines restlos überfüllten Lagers auf der griechischen Ägäisinsel Lesbos gefordert. "Es ist sehr offensichtlich, dass dieses Gefängnis keinerlei griechischen und europäischen Rechtsstandards entspricht", sagte der griechische UNHCR-Vertreter Giorgos Tsarbopoulos am Montag nach einer Inspektion des Lagers. "Wir haben es hier mit einer Reihe von Rechtsbrüchen zu tun."

Die Menschenrechtsorganisation "Koexistenz" sprach von menschenunwürdigen Zuständen in dem Lager nahe der Ortschaft Pagani. Es gebe kein fließendes Wasser, nur eine Toilette für 100 Menschen, viele müssten auf dem Boden schlafen und Minderjährige dürften nur etwa eine Stunde pro Tag an die frische Luft, hieß es. Mehr als 150 Jugendliche waren vorübergehend in den Hungerstreik getreten.

Tausende "Illegale" kommen jährlich aus der Türkei nach Griechenland. Die Küstenwache versucht mit Unterstützung von Beamten anderer EU-Staaten den Zustrom aus der Türkei zu stoppen. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden nach offiziellen Angaben 57.000 Flüchtlinge aufgegriffen. Vielfach sind es Minderjährige, die von ihren Eltern verlassen wurden oder von ihren Familien bewusst in die EU geschickt wurden - in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. (APA)

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