Griechisches Feuer

24. August 2009, 19:09
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Heute sind es die Griechen, die im Wege der Brandrodung Athen gefährden

Athen ist ein riesiger Betonhaufen mit minimal Grün, hat aber in der Umgebung noch einige bewaldete Hügel. Das stört die örtliche Baumafia, die jeden Sommer umsichtig ans Werk geht, um auch die letzten (Pinien-) Wälder abzufackeln.

Es existieren theoretisch Gesetze, wonach diese Flächen danach nicht in Bauland umgewidmet werden dürfen, aber es gibt genügend Verbindungen zwischen Justiz, Behörden, Regierung und Baumafia, um das reine Theorie bleiben zu lassen.

Hilfreich ist auch die Einstellung der Bevölkerung, die an sich alles vom Staat erwartet, außer dass er die Einhaltung der Gesetze auch wirklich ernst nimmt (kommt einem bekannt vor, nicht?).

Diesmal nahm die Brandwelle ihren Ausgang aus der Umgebung von Marathon, wo vor rund 2500 Jahren 10.000 athenische Bürgersoldaten gegen eine persische Übermacht siegten - und so erst die Entwicklung der westlichen Kultur ermöglichten.

Heute ist das ein Villenvorort, an dem sich noch mehr Athener noch mehr Villen bauen wollen. Mit dem Effekt, dass es heute die Griechen sind, die im Wege der Brandrodung Athen gefährden. (Hans Rauscher/DER STANDARD-Printausgabe, 25.8.2009)

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