Teilverstaatlichung möglich

Bawag bekommt Staatsgeld

24. August 2009 22:48

ZIB1: Als nächste Bank stellt sich die Bank Austria um Staatshilfe an

Wien - Im Tauziehen um Auflagen bei der Gewährung staatlicher Haftungen für Industriebetriebe gibt es nun eine Einigung zwischen Bundeskanzler Werner Faymann und Finanzminister Josef Pröll. Die Freigabe der Garantien kann künftig mit Beschränkungen von Bonus- und Dividendenzahlungen verbunden werden. Die wochenlange Verzögerung, zu der es wegen des Streits in dieser Frage gekommen ist, ist damit beendet.

Konkret sind für den Zeitraum der Haftungen Bonizahlungen untersagt, es gibt aber zahlreiche Ausnahmen. Erlaubt sind die Prämien dann, wenn das Haftungsentgelt ordnungsgemäß bedient wird; der Betrieb Gewinne macht; keine Dividendenbeschränkung verordnet wurde und die Prämie angemessen ist. Darüber kann der Bund einen Bericht von der Kontrollbank, die mit der Abwicklung der Garantien betraut ist, einfordern.

Dividenden sind nur erlaubt, wenn sie "den wirtschaftlichen Verhältnissen des Betriebs angepasst sind" . Der Kontrollbank-Beirat kann die Ausschüttungen "im Einzelfall teilweise oder zur Gänze beschränken, wenn diese zu einer wesentlichen Verschlechterung der Liquidität beitragen würden oder der zukünftige Zugang zur Liquidität erschwert würde" .

Faymann und Pröll interpretieren die nun vereinbarten Richtlinien unterschiedlich. Der Kanzler sieht in der Regelung seine Forderung nach Schutz des Steuerzahlers erfüllt. Für Pröll handelt es sich lediglich um die Annahme des Vorschlages aus dem Finanzministerium, der schon vor Wochen übermittelt worden sei. Dessen Annahme das Kanzleramt unnötigerweise verzögert habe, wie ein Sprecher erklärte.

Die Kontrollbank kann nun loslegen, 120 Betriebe haben um Staatshaftungen im Volumen von 4,5 Mrd. Euro angefragt. Die Maßnahme, die die Kreditklemme von Betrieben mit mehr als 250 Mitarbeitern lockern soll, ist mit zehn Milliarden Euro limitiert.

Bei den Geldinstituten wird weiter über eine Kapitalzufuhr für Bawag und Bank Austria verhandelt. Fix ist, dass bei der Bawag ein Wandlungsrecht auf das Stimmrechtslose Partizipationskapital in Stammaktien vereinbart wird. Bediene das im Eigentum des US-Fonds Cerberus stehende Institut die Zinsen zwei Jahre nicht, soll der Staat Miteigentümer werden, berichtete die ZiB1 am Montag.

Bei der Bank Austria spießt es sich am Wunsch des Kanzlers, wonach Mutter UniCredit im Fall eines Dividendenausfalls für das Staatskapital einspringen soll. Experten des Finanzministeriums warnen, dass unter derartigen Auflagen der Eigenkapitalcharakter der Geldzufuhr verloren gehe. Regierungsforderungen zu Standort- und Headquarter-Absicherung erschwerten die Causa zusätzlich. (as/DER STANDARD, Printausgabe, 25.8.2009)

Kommentar posten
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Roland Wieser
 
27.08.2009 14:05
Teilverstaatlichung

Ich halte eine Teilverstaatlichung der BAWAG für den richtigen Schritt, denn wir sollen unser Finanzsystem möglichst frei von ausländischen Beteiligungen lassen.

systema radl
25.08.2009 15:19
DAS MASS IST JETZT VOLL!!!!!!!!!!!!!!!

dieser wahnsinn muß ein ende haben. während die menschen nicht mehr wissen wie sie durchkommen sollen und noch der letzte tropfen aus ihnen herausgepresst wird (siehe z.b. kleinunternehmen), werden die milliarden diesen elenden banken nachgeworfen. das maß ist voll, ich glaube es wird bald krachen.... laßt diese blutsauger endlich eingehen..

net-diver
 
25.08.2009 16:41
Ist schon...

... witzig wie vergesslich sogar Systeme sind. Die Bundeshaftung für die PSK haben wir wohl vergessen, oder?

Aber größere Zusammenhänge waren noch nie Sache der Ideologen.

also dann ...
25.08.2009 16:58
und - wurde diese schlagend . . . ?

net-diver
 
25.08.2009 17:01
Nein...

... wozu auch? Bestehen tut sie aber nach wie vor (zur Sicherheit: ich meine jetzt nicht die Krisenhaftung des Bundes für die Bawag sondern die Haftung für die PSK Übernahme).

also dann ...
25.08.2009 17:45
hmhm ... wie hoch ist sie ? wie lange besteht sie noch ? was kostet sie ?

net-diver
 
25.08.2009 18:09

Zur Zeit des Verkaufs der P.S.K. an die BAWAG (Jahr 2000) umfasste die Bundeshaftung rund 270 Mrd. Schilling (knapp 20 Mrd. Euro), aktuell sind es dem Vernehmen nach rund 5,5 Mrd. Euro (Stand 2007).

Aktuell kann ich in Kürze nichts recherchieren, werde mich aber umschauen.

also dann ...
25.08.2009 18:17
sorry - das kann ich nicht glauben, denn

die 20 mrd. euro erscheinen mir im hinblick auf die bilanzsumme der postsparkasse zu überhöht...

und wurden nicht mit dem verkauf der bawag auch alle garantien glatt-gestellt ?

net-diver
 
25.08.2009 18:22
Tja...

.... ist mal so, kann auch nichts dafür ;-)

Die Glattstellung galt für den Bawag-Verkauf, nicht aber für die früheren Haftungen.

Das ganze Thema wurde ja medial und politisch herrlich totgeschwiegen, damit die Krisenhaftung mehr Eindruck erwecken konnte. Faktisch hat auch in der Krise der Bund für weit mehr als die 900 Millionen gehaftet.

nick melin
 
25.08.2009 14:30
das ist nur noch pervers

steuergeld für cerberus
das rot /schwarze monster dreht durch

er t
25.08.2009 14:03
Irrer Kreislauf

Die Gewerkschaft wirtschaftet die Bank in den Boden, verkauft sie an einen amerikanischen Investor, der Staat kauft die Bank dann über Subventionen mit "Verstaatlichungsoption" ... wer hat also den Gewerkschaften die Bank abgekauft? DER STEUERZAHLER. Wenn die SPÖ schon Steuergelder will, soll sie das bitte öffentlich tun und nicht solch peinliche Scheingeschäfte vorschieben.

smartAss
 
25.08.2009 14:54
ihnen ist auch nicht zu helfen ...

... hier geht es doch - vereinfacht gesagt - um die besicherung eines kredits, und zwar eines kredits, den auf vergleichbare weise bereits schwarze banken OHNE besicherung erhalten haben.

raff1
25.08.2009 14:48
die bank war aber nie in den boden gewirtschaftet,

im Gegensatz zur CPB.
Und sitzt von der CPB jemand im Gefängniss?

er t
25.08.2009 15:55
Nein,

der ÖGB hat die Bank nur verkauft weil sie enorme Gewinne abgeworfen hat. Hätt' der Bund damals seine Konten abgezogen wär' die Bank heut nimmer existent. Ohne Bundeshaftung und den Staat als Kunden wär das Ding unverkäuflich gewesen und die Gewerkschaft finanziell krachen gegangen. Dann gäbs heut keine Gewerkschaft (keinen ÖGB) und keine Bawag mehr.

Marco der König
25.08.2009 16:42
Und schlecht

Ausser betonieren können die im ÖGB ohnehin nichts, ah da fällt mir ein, natürlich ausser Geld vernichten & betonieren!!!!

h 90
25.08.2009 14:35

nein es wird so enden, das der Steuerzahler zahlt aber der Staat trotzdem nicht verstaatlicht.
Ein paar Millioenchen vom Investor an Entscheidungstraeger ist immer noch billiger als die Bank zu verlieren.

Was ich noch sagen wollte.
25.08.2009 13:54
Sollen sich doch die Amis um die BAWAG kümmern!

pepitant
25.08.2009 15:17

Haben Sie doch schon.

Peter_23
25.08.2009 12:47
Angeblich geht es doch mit der Wirtschaft und Finanzsektor schon wieder bergauf

Und dann liest man solche Meldungen.

Solche Meldungen passen aber so gar nicht zu den (gekünstelten?) Jubelmeldungen von wegen schon überwundener Krise.

Orakel1
25.08.2009 13:14
Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen den ...

..den unstreitig gestiegenen Auftragseingängen der Industrie und der Finanzklemme bei den Banken? Die Banken sind Geschädigte aufgrund ihres Ostwahns und ich sehe keine Korrelation zur der deutlich gestiegenen Situaion bei der Auslastung des produzierenden Gewerbes.

pepitant
25.08.2009 15:29
"Ostwahn" ist Quatsch,

die Wirtschaft Österreichs ist als Anhängsel der EU viel mehr mit dem Rest des Westens, also u. a. der USA vernetzt, als mit den Exkommunisten.
Und dass die Amis dicht gefolgt von den Engländern mit dem ihnen gemeinsamen System an Grenzen stoßen, bekommen deren Regierungen grad von den eigenen Bevölkerungen, die (vorerst mal) gegen die Kürzungen am medizinischen Versorgungssektor protestieren, erklärt.
Mal sehen, wie sich das entwickelt und wie kräftig das auf uns durchschlagen wird.
Noch halten die Medien als Steigbügelhalter ihrer Herren den Deckel auf den Kochtopf, aber sollte sich ein Schimmer eines Systembruchs am Horizont abzeichnen, werden sie einen Feind erfinden, um ihre Herren zu schützen. Dafür wird der Taliban nicht reichen.

also dann ...
25.08.2009 13:30
ganz einfach : w ü r d e n... die gestiegenen auftragseingänge (wobei

man sich ja die frage stellt - von welchem
n i e d r i g e n niveau aus diese erfolgen !)
sich auch (schon) in produktions-erhöhungen
= erhöhung der kapazitätsauslastung
= geringer fixkosten
= besseres ergebnis
niederschlagen, dann würden diese "stark verbesserten" unt.ergebniss ja dazu führen, dass
- sie ihre zinsen + TILGUNGEN bezahlen können...
und ergo dessen
eben KEINE abschreibungen ( ! ) bei banken notwendig werden.

bei der hypo...
können wir nun darüber "rätseln"...
inwieferne diese situation zutrifft oder nicht
- und/oder
ob die afa`s...ALTLASTEN aus der "verklärten ära" des hr. kulterer &lh haider...herrühren.

immogeschaedigte.wordpress.com
 
25.08.2009 12:42
Inländische versus ausländische Bank

Hat als Außenstehender natürlich eine schiefe Optik, wenn die Bawag Staatsgeld zu anderen Bedingungen erhält. Andererseits, ist sie eine ausländische Bank und da sollte mit Steuergeld sicher anders umgegangen werden.
http://immogeschaedigte.wordpress.com/

Peter Lustig2
25.08.2009 11:36

Offensichtlich gibt es auch bei den Banken eine 2-Klassen-Gesellschaft:

ÖVP-nahe Banken wie Erste (2,7 Mrd. Cash vom Staat und noch einiges mehr an Garantien), Raiffeisen (1,75 Mrd. Staatsgeld plus Garantien), Volksbanken (1 Mrd.), Hypo Alpe Adria (900 Mio.)... bekommen Sonderkonditionen und müssen bei schlechter Performance keine Anteile an den Staat abtreten.
Die (ehemals) SPÖ-nahen Banken BAWAG (550 Mio. Staatsgeld) und BA (wieviel Staatsgeld ist noch offen) müssen sich weit strengere Regeln gefallen lassen und müssen evt. sogar Anteile an den Staat abtreten...

The Quick One
25.08.2009 11:51
welche Erwartung hat man denn,

wenn ein ehemaliger RZB-Mitarbeiter nun Kabinettsmitglied beim Herrn Pröll ist?????

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