Neue Kleidungsvorschriften für Schülerinnen

24. August 2009, 18:05
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Mädchen dürfen weder Jeans noch Jeansröcke tragen - Bildungsbehörde bestreitet offizielle Anordnung - Proteste bei Schülerinnen

Gaza - Im Gazastreifen sind zu Beginn des neuen Schuljahres die Kleidervorschriften für Schülerinnen der Oberstufe verschärft worden. Danach dürfen junge Frauen weder Jeans noch Jeansröcke tragen, sondern nur noch langärmlige lange Umhänge (Jilbab), weiße Kopftücher sowie schwarze oder weiße Schuhe. Schülerinnen, die sich nicht an die neuen Vorschriften hielten, durften Schulgebäude nicht betreten. Ein Sprecher der Bildungsbehörde wies am Montag in Gaza Berichte zurück, wonach die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation die neuen Vorschriften offiziell angeordnet hat.

Weißes Kopftuch Vorschrift

Im Gazastreifen hat das neue Schuljahr am Sonntag begonnen. Rund 250.000 SchülerInnen gehen in Schulen, die von der radikalislamischen Hamas kontrolliert werden. Weitere 200.000 SchülerInnen - vor allem in den Flüchtlingslagern - besuchen Einrichtungen der Vereinten Nationen. Am Eingang zu einer von der Hamas kontrollierten Mädchenschule war ein Hinweisschild angebracht: "Alle Mädchen sollten einen dunkelblauen Umhang tragen, ihren Kopf mit einem weißen Kopftuch verhüllen und schwarze oder weiße Schuhe anziehen. Wir rufen alle Schüler auf, sich an diese Vorschriften zu halten."

Proteste wegen Kleidervorschriften

Die neue Kleiderordnung führte bereits am ersten Tag zu Protesten und Tränen. "Wir können nicht akzeptieren, nichts außer dem Jilbab zu tragen, weil das unsere Kindheit kaputtmacht und wir aussehen wie alte Frauen", sagte die 16 Jahre alte Salwa. Die gleichaltrige Amal kündigte an, dass sie gemeinsam mit Klassenkameradinnen auf eine Privatschule wechseln wolle, um der neuen Kleiderordnung zu entgehen.

Die Hamas hatte bereits im Vormonat angeordnet, dass Anwältinnen ebenfalls lange Umhänge und Kopftücher vor Gericht tragen müssen. (APA/dpa)

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