"Frequency" legte Ticket-Automaten lahm

24. August 2009, 17:44
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ÖBB ziehen trotz Zwischenfällen positive Bilanz

St. Pölten/Wien - 2200 Rot-Kreuz-Einsätze und 120 Anzeigen wegen Taschendiebstählen bei 120.000 Besuchern, das ist aus Sicht der Einsatzkräfte keine schlechte Bilanz. Das dreitägige FM4-Frequency-Festival in Spratzern bei St. Pölten ging für eine Veranstaltung dieser Größe ausgesprochen friedlich über die Bühne. Und die ÖBB belohnten viele Musikfans unfreiwillig mit Gratis-Heimfahrten: Noch am Sonntagabend waren sämtliche Ticket-Automaten am St. Pöltner Hauptbahnhof vom Massenansturm offenbar so geschockt, dass sie weder Bar- noch Plastikgeld akzeptierten. "Die Dinger sind einfach bummvoll mit Geld und überlastet, ausgeräumt wird nur einmal die Woche" , hieß es auf Nachfrage des STANDARD.

Dass der Ticketschalter noch offen war, konnten zumindest zugereiste Zugreisende nicht ahnen. Der Schalter ist nämlich im alten Teil des in Umbau befindlichen Bahnhofes, ohne direkte Verbindung mit dem derzeitigen Haupteingang. Viele Fahrgäste traten deshalb ohne Fahrkarte die Heimreise an, und zumindest Richtung Wien ward nur selten ein kartenkontrollierender Zugbegleiter gesehen.

Art Wiedergutmachung

Vielleicht war es auch eine Art Wiedergutmachung der ÖBB für den Lapsus am Wiener Westbahnhof vom vergangenen Freitag: Nach Ankunft eines Frequency-Sonderzuges waren dort um halb drei Uhr früh rund 200 Passagiere gefangen. Man hatte einfach vergessen, am Westbahnhof, der normalerweise zwischen ein und vier Uhr früh geschlossen ist, einen Ausgang zu öffnen. Nach einer halben Stunde wurde das zwar nachgeholt, aber die meisten Passagiere hatten sich schon über Absperrgitter davongemacht. Die ÖBB haben sich für den Zwischenfall bereits entschuldigt. Ähnliches ist den Wiener Linien im Vorjahr am Bahnhof Meidling passiert.

Insgesamt ziehen die ÖBB eine positive Frequency-Bilanz: Die sechs Sonderzüge seien gut ausgelastet gewesen. Darüberhinaus gab es 21.000 zusätzliche Sitzplätze durch angehängte Wagons im Regelverkehr. (simo/DER STANDARD-Printausgabe, 25.8.2009)

  • Noch am Sonntagabend waren sämtliche Ticket-Automaten am St. Pöltner Hauptbahnhof vom Massenansturm offenbar so geschockt, dass sie weder Bar- noch Plastikgeld akzeptierten.
    foto: derstandard.at/gedlicka

    Noch am Sonntagabend waren sämtliche Ticket-Automaten am St. Pöltner Hauptbahnhof vom Massenansturm offenbar so geschockt, dass sie weder Bar- noch Plastikgeld akzeptierten.

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